Ortsname

Ellenried


Weiler (W)
Bezirk Schwaben, Lkr. Unterallgäu, Gde. Eppishausen
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Historische Schreibformen

1339

von Elhenrieth
1342

Elchenriet
1490

Weiler Ellenried
1551

Ulrich Ollerrieder
1616
renoviert 1781
Hanns Ellenrieder
[um 1750]

Helleried
1791

Ellenried

Mundartformen

[ęlərîədʰ]
[aov ęlərîəd nouv]
KirchheimAD

Namenerklärung

Ellen
2.
·
ried
1.
1.
Grundwort
mhd.
riet ›ausgereuteter Grund (Rodung)‹1
2.
Bestimmungswort
mhd.
ëlhe ›Hirsch‹2 im Gen. Sg/Pl. ëlhen
––– oder –––
mhd.
Personenname (Übername) *Ëlhe im Gen. Sg. *Ëlhen
vgl.
mhd.
ëlhe ›Hirsch‹3
Namenbedeutung
›(Siedlung auf der) Rodung, an der sich Hirsche aufhalten‹4
––– oder –––
›Rodungssiedlung des Ëlhe‹5
Kommentar
Der von Zoepfl6 als Bestimmungswort angesetzte Personenname »vom Stamm Alhi, etwa Alacho« kommt nicht in Betracht, da die Verbindung l+ Konsonant im Oberdeutschen den Primärumlaut e< a(bei einer dann zunächst anzusetzenden Ortsnamen-Ausgangsform wie frühahd. *Alachinriod) verhindert hat7. Das von Heimrath gegen die Tierbezeichnungëlhe ›Elch‹ ins Feld geführte Argument, dass »in diesem Fall das -h- bzw. -ch- […] erhalten geblieben wäre und das -h- sich zu -ch- entwickelt hätte«, ist abwegig, denn im von einer appellativischen Bedeutungsfunktion losgelösten Ortsnamen konnte der seit dem Spätmhd. nach Liquid (hier l) mögliche Schwund des Frikativs x8(geschrieben h, dann ch) natürlich bewahrt bleiben.
Lexer II, Sp. 426.Lexer II, Sp. 538.Lexer II, Sp. 538.AWAWZoepfl, BA IX, S. 120, Anm. 18.Schwarz, Umlaut, S. 189.Ebert/Reichmann, Fnhd. Grammatik, S. 123, § L 56.