Ortsname

Öschberg


Einöde (E)
Bezirk Schwaben, Gde. kreisfreie Stadt Kempten (Allgäu)
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Mundartformen

[ešbę̂́ᵊrg]
[...ən ešbę̂́ᵊrg nouv]
Kempten AtzenriedAD
[ëšbę̂́ᵊrg]
[im ešbę̂́ᵊrg]
WiggensbachAD

Namenerklärung

Ösch
2.
·
berg
1.
1.
Grundwort
mhd.
bërc ›Berg‹1
––– oder –––
fnhd.
berg ›Berg, Geländeerhöhung unterschiedlichen Ausmaßes‹2
2.
Bestimmungswort
möglicherweise
mhd.
wise ›Wiese‹3
––– oder –––
fnhd.
*wiese ›Wiese‹
vgl.
fnhd.
pfarwiese ›zu einem Pfarrhof gehörige Wiese‹4
––– oder –––
mhd.
wist ›Aufenthalt, Wohnung; Lebensunterhalt, Nahrung; Fürsorge, Pflege‹5
––– oder –––
fnhd.
*wist ›Aufenthalt, Wohnung; Lebensunterhalt, Nahrung; Fürsorge, Pflege‹
<
mhd.
wist ›Aufenthalt, Wohnung; Lebensunterhalt, Nahrung; Fürsorge, Pflege‹6
Namenbedeutung
möglicherweise
›(Siedlung an/auf einer) Anhöhe, die mit Gras bewachsen ist‹7
––– oder –––
möglicherweise
›Berg, auf dem eine Aufenthalts-/Wohnstätte errichtet wurde‹8
Kommentar
Sollte es sich beim ursprünglichen Bestimmungswort um das Appellativ wist handeln, konnte t in der Kompositionsfuge leicht schwinden, was auch als Konsonantenerleichterung erklärt werden kann9. Ein auf s auslautendes Bestimmungswort (nach t-Schwund, falls wist zugrunde liegt) kann im Hinblick auf die Palatalisierung s&gt;š vor b im Schwäbischen (vgl. z. B. die Mundartlautung [ǫgšbųrg] ›Augsburg‹) problemlos angesetzt werden. Im Beleg 1548 Misperg ist erstmals der Wechsel w&gt; m bezeugt, der u. a. bei Ortsnamen gelegentlich vorkommt10. Im vorliegenden Fall kann der Wandel als Assimilation an den auslautenden Nasal z. B. eines vorangehenden Artikel dem interpretiert werden. Die Umbenennung inÖschberg folgt wohl einer Fehldeutung des Bestimmungsworts als schwäb. Esch ›der Fruchtfolge unterstehendes Saat-, Fruchtfeld, gemäß der Dreifelderwirtschaft in Winter-, Sommer-, und Brachesch zerfallend‹, bei der davon ausgegangen wurde, dass der Anlaut m durch falsche Abtrennung von auslautendem m z. B. eines vorangehenden Artikels dem an den Ortsnamen herangetreten ist (Agglutination).