Ortsname

Unterkammlach


Pfarrdorf (Pfd)
Bezirk Schwaben, Lkr. Unterallgäu, Gde. Kammlach
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Historische Schreibformen

[1233-1236]

Kambel(loch)
1243

Kambeloch
1276

Hainric(us) d(i)c(t)us de Chambloch
1283
Kopie 16. Jh.
Kameloch
1286

Chamloch
1363

ze Nidern Kamlach
1373

Under Kamloch
[15. Jh.]

Vnderkamlach
1462

von Vnderen Kamloch
1861

Unterkammlach
Kommentar
Belege ohne unterscheidenden Zusatz können sich auf beide Orte, Oberkammlach und Unterkammlach, beziehen bzw. können sie nicht sicher einem der beiden zugeordnet werden.

Mundartformen

[kxamlǝ]

Namenerklärung

Unter
4.
1.
Grundwort
mhd.
lō(ch) ›Gebüsch. Wald, Gehölz‹1
2.
Bestimmungswort
mhd.
Gewässername *Kambel
<
kelt.
Gewässername *Kambalā 2
erschlossen durch Wortbildung
Ableitung
1.
Suffix
kelt.
-l-
2.
Basis
kelt.
Adjektiv *kambo ›gekrümmt‹
3.
Zusatz (temporär)
mhd.
Adjektiv nider ›unter, niedrig, tief‹3 im Dat. nideren
4.
Zusatz (sekundär)
mhd.
Adjektiv under ›unter‹4 im Dat. underen
Namenbedeutung
›(Siedlung am/im) Gehölz an der Kammel/Kammlach‹5
Kommentar
Heimrath6 führt den Ortsnamen Kammlach direkt auf den Gewässernamen Kammlach zurück, doch weisen die o-Schreibungen in den frühen Belegen auf das Grundwort mhd. lōch. Deshalb ist mit Reitzenstein7 anzunehmen, dass die heutige Namenform auf -ach durch Angleichung an den Gewässernamen entstanden ist, der sekundär verdeutlichend um das Grundwort ahd. aha ›Wasser(lauf), Fluss‹8 erweitert wurde9.
Lexer I, Sp. 1949.DGNB, S. 260.Lexer II, Sp. 70.Lexer II, Sp. 1779.Reitzenstein, Lexikon schwäbischer Ortsnamen, S. 198 f.Heimrath, HONB Mindelheim, Nr. 131.Reitzenstein, Lexikon schwäbischer Ortsnamen, S. 199.Ahd. Wb. I, Sp. 65 f. Vgl. zu Letzterem DGNB, S. 260.