Ortsname

Katzbrui


Einöde (E)
Bezirk Schwaben, Lkr. Unterallgäu, Gde. Apfeltrach
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Historische Schreibformen

1457

gen Katzbrw
1539

zuͦ Katzprüe
1564

von Katzbrien
1567

zu Katzbrieern
1570

die Mühle zu Katzenbrie
1593

Kazbrüe
1616
Kopie [1696]
Katzbrueh Kazbrüeh Kazbrueh
1646

Kachspruy
1777

Kazenbrühe Kazbrühe
1877

Katzbrui

Mundartformen

»khatsbriə, khatsbrüə«

Namenerklärung

Katz
2.
·
brui
1.
1.
Grundwort
mhd.
brüeje ›heiße Flüssigkeit, Brühe‹1
––– oder –––
fnhd.
brühe ›schmutzige Flüssigkeit‹2
2.
Bestimmungswort
mhd.
katze ›Katze‹3
––– oder –––
fnhd.
katze ›Katze‹4
Namenbedeutung
möglicherweise
›(Siedlung auf/an einem) Terrain, auf dem sich wegen des schlechten, sumpfigen Bodens schmutzige Pfützen ansammeln‹5
––– oder –––
möglicherweise
›(Siedlung auf/an einem) Terrain, auf dem sich schmutzige Pfützen ansammeln und an dem Wildkatzen vorkommen‹6
Kommentar
Das Bestimmungswort Katze als Bestandteil von ursprünglichen Flurnamen ist »nicht immer im eigentlichen Sinne zu verstehen«, sondern dient »vielmehr oft zur Bez.[eichnung] des Unechten, Minderwertigen und Schlechten« und wird »in diesem Sinne auch zur Bestimmung von Orten gebraucht, die mühsam zu bebauen oder zu ersteigen oder wenig ertragreich sind«7. Das von Heimrath8 angesetzte Bestimmungswort mhd. bruoch ›Moorboden, Sumpf‹9 lässt sich weder mit den schriftlichen Belegen noch mit den Mundartformen vereinbaren (Umlautüe, im Dialekt zu entrundet).
Lexer I, Sp. 364.FWB-online.Lexer I, Sp. 1531.FWB-online.AWAWSchnetz, Flurnamenkunde, S. 54.Heimrath, HONB Mindelheim, Nr. 132.Lexer I, Sp. 368.