Ortsname

Jägermühle


Weiler (W)
Bezirk Schwaben, Lkr. Ostallgäu, Gde. Markt Unterthingau
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Historische Schreibformen

1394

Rotenmulin
1430

Röttenmühle
1490

Rettenmühle
1529

untere Rotenmühle
1554

Raychenmüllen
1620

Redlinsmühle
1667

Röttelsmühle
1794

Jägermühle

Mundartformen

»jégǝrmīl«

Namenerklärung

Rötten
2.
·
mühle
1.
1.
Grundwort
2.
Bestimmungswort
möglicherweise
mhd.
Gewässername *Rȫtenbach
<
ahd.
Gewässername *Rōtinbah
erschlossen durch Wortbildung
Kompositum
1.
Grundwort
2.
Bestimmungswort
ahd.
Adjektiv rōt ›rot, scharlachrot, braunrot‹ im Dat. Sg. rōtin
(älterer Name des Reichenbachs?)
3.
Zusatz (temporär)
Namenbedeutung
möglicherweise
›Mühle am Bach, dessen Wasser oder Grund rötlich gefärbt ist‹2
Raychen
2.
·
müllen
1.
1.
Grundwort
2.
Bestimmungswort
fnhd.
Gewässername Reichenbach 3
erschlossen durch Wortbildung
Kompositum
1.
Grundwort
2.
Bestimmungswort
fnhd.
Adjektiv reich ›mächtig, reich‹ im Dat. Sg. reichen
Namenbedeutung
›Mühle am wasserreichen Bach‹5
Röttels
2.
·
mühle
1.
1.
Grundwort
2.
Bestimmungswort
möglicherweise
Familienname Redel 6 im Gen. Sg. (ursprünglich möglicherweise Berufs-Übername für jemanden, der bei einem Wasserrad wohnt)
Namenbedeutung
möglicherweise
›Mühle des Redel‹7
Jäger
2.
·
mühle
1.
1.
Grundwort
2.
Bestimmungswort
Familienname Jäger 8
Namenbedeutung
›Mühle des Jäger‹9
Kommentar
Falls der Deutungsansatz für den älteren Ortsnamen zutrifft, ist er (wie auch der Beleg Raychenmüllen von 1554) als eine das Zweitglied-bach des Bestimmungswortes aussparende Klammerform aufzufassen. Die Formen auf Redlins-/ Röttels- hängen möglicherweise lediglich mit Eindeutung des Appellativs Rädlein10 bzw. schwäb. Rädle11 zusammen12, doch bleibt dann das-s- in der Kompositionsfuge erklärungsbedürftig.