Ortsname

Freßlesreute


Weiler (W)
Bezirk Schwaben, Lkr. Ostallgäu, Gde. Roßhaupten
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Historische Schreibformen

1312

in Fressinrutin
1318

in Vrezzenrúte
1336

in Vrezzisruͤtin
1594

Fresses Reutten
1650

Frösses Reitten
1758

zue Fresslesraiten ... Fresslesreithen
1812/1813

Fresslesleuthen

Mundartformen

»frę́sslǝsreitǝ«

Namenerklärung

reute
1.
1.
Grundwort
mhd.
rǖte ›Rodung, gerodetes Land‹1 im Dat. Pl. rǖten
––– oder –––
mhd.
rǖtine ›Stück Land, das durch Roden urbar gemacht worden ist‹2
2.
Bestimmungswort
mhd.
Familienname *Vrǟȝin(ne)
vgl. Familienname Fraß 3
(movierte (feminine) Form des Familiennamens mhd. *Vrāȝ (> nhd. Fraß) als Bezeichnung für eine weibliche Angehörige dieser Familie)
––– oder –––
mhd.
Familienname (Übername) *Vrëȝȝin(ne)
vgl.
nhd.
Familienname *Fress ›Fresser‹4
(movierte (feminine) Form des Familiennamens mhd. *Vreȝ(ȝe) (> nhd. Freß/Fress) als Bezeichnung für eine weibliche Angehörige dieser Familie)
––– oder –––
mhd.
Familienname (Übername) *Vrëȝȝe im Gen. Sg. *Vrëȝȝen
vgl.
nhd.
Familienname Fress 5
Namenbedeutung
›Rodungssiedlung der Vrǟȝin(ne)‹6
––– oder –––
›Rodungssiedlung der Vrëȝȝin(ne)‹7
––– oder –––
›Rodungssiedlung des Vrëȝȝe‹8
Kommentar
Steiner9 vermutet einen Zusammenhang des Ortsnamens mit dem in Schwaben (auch im Allgäu) tätigen Ministerialien- und Rittergeschlechts der Fraß. Dann müsste man vom movierten Familiennamen *Vrǟȝin(ne) ausgehen. Falls einer der Deutungsansätze zutrifft (andernfalls wäre bei den beiden Erstbelegen Verschreibung anzunehmen), ist das später aufscheinende-s- in der Kompositionsfuge als Analogie zu den häufigen stark flektierten männlichen Personennamen in Ortsnamen erklärbar10.
Lexer II, Sp. 471.Lexer II, Sp. 472.Brechenmacher I, S. 496.Stöpel, Geogen v4.Stöpel, Geogen v4.Stöpel, Geogen v4.Stöpel, Geogen v4.AWAWSRSteiner, HONB Füssen, Nr. 107.10  Vgl. Steiner, HONB Füssen, Nr. 107.