![]() |
Matthäus Merian, Moosburg (1657)
Die Stadt Moosburg ist sicherlich keines der bekannten Symbole bayerischer
Geschichte und Staatlichkeit. Am Beginn steht ein um 779 vermutlich durch das
bayerische Herzogsgeschlecht der Agilolfinger gegründetes Kloster, das
im 9. Jahrhundert in ein Chorherrenstift umgewandelt wurde. Um diese Keimzelle
entstand eine Siedlung von Handwerkern und Kaufleuten, die sich zur
späteren Stadt Moosburg entwickelte. Kurz nach der Gründung
aufgestiegen zum Reichskloster, wurde Moosburg 895 an die Bischöfe von
Freising übertragen, die für die Herrschaftsausübung adelige
Vögte einsetzten. Nach dem Erlöschen des Moosburger Grafengeschlechts
gingen die Vogteirechte 1284 an das Herzogshaus der Wittelsbacher über;
Moosburg wurde zum Sitz eines Landgerichts im Teilherzogtum
Niederbayern-Landshut bzw. später Rentamt Landshut. Im Zuge der
Montgelasschen Verwaltungsreformen wurden die Stadt und der Gerichtsbezirk
Moosburg 1808 dem neugebildeten Isarkreis eingegliedert. Nach mehreren
Gebietsänderungen und der Umbenennung des Isarkreises ist Moosburg seit
1837 ein Bestandteil Oberbayerns. Maßgebliche Impulse für die weitere
Entwicklung der Stadt gingen seither insbesondere von der Industrialisierung
sowie der Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers im Jahr 1939 aus, das nach dem
Zweiten Weltkrieg zunächst als Internierungslager, dann als Siedlungsraum
für Heimatvertriebene diente (heute Stadtteil Neustadt).
Quellen:Sebastian Hiereth, Das Landgericht Moosburg
(Historischer Atlas von Bayern, [Reihe 1], Bd. 1),
München 1950.
|