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Geschichte Bayerns
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[GBay] ARGE-Alp-Fachtagung "Digitale Unterlagen und Digitalisierung in den Archiven des Alpenraums"
- To: "'Geschichte Bayerns'" <geschichte-bayerns_AT_lists.lrz-muenchen.de>
- Subject: [GBay] ARGE-Alp-Fachtagung "Digitale Unterlagen und Digitalisierung in den Archiven des Alpenraums"
- From: "Stefan Petersen" <stefan.petersen_AT_uni-wuerzburg.de>
- Date: Sun, 23 May 2010 01:14:47 +0200
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Von: "Dr. Michael Unger" <Michael.Unger_AT_gda.bayern.de>
Datum: 21.05.2010
Subject: Digitale Unterlagen und Digitalisierung in den Archiven des
Alpenraums
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Sehr geehrte Listenteilnehmer,
die Redaktion möchte Sie auf folgenden Tagungsbericht hinweisen:
ArgeAlp-Fachtagung "Digitale Unterlagen und Digitalisierung in den Archiven
des Alpenraums" am 6./7. Mai 2010 in München
Bereits zwei Monate nach der Sitzung des Arbeitskreises "Archivierung von
Unterlagen aus digitalen Systemen" war die Generaldirektion der Staatlichen
Archive Bayerns erneut Gastgeber einer internationalen Konferenz zu Themen
der digitalen Archivierung. Die Fachtagung "Digitale Unterlagen und
Digitalisierung in den Archiven des Alpenraumes" war auf der 31. Konferenz
der Archivdirektoren der ArgeAlp im Oktober 2008 in Zürich beschlossen
worden und konnte, nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung durch
die ArgeAlp, am 6. und 7. Mai 2010 in München stattfinden.
In 18 Beiträgen aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz wurde
die große Bandbreite der beiden Themenschwerpunkte "Digitale Unterlagen
und deren Archivierung" sowie "Digitalisierung und digitale Präsentation
von Archivalien" anhand konkreter Beispiele vorgestellt. Während des
ersten Sitzungstages, der unter dem Vorzeichen der digitalen Archivierung
stand, reflektierte Dr. Christian Keitel die diesbezüglichen Erfahrungen
des Landesarchivs Baden-Württemberg während der letzten 25 Jahre. Drei
konkrete Projekte zur digitalen Langzeitarchivierung standen im Mittelpunkt
der Werkstattberichte von Susanne Fröhlich (Österreichisches Staatsarchiv),
Martin Lüthi (Staatsarchiv St. Gallen) und dott.ssa Anna Guastalla (Azienda
Provinciale per i Servizi Sanitari Trento). Lösungsansätze, wie kleinen
Kommunen bei der finanziell und organisatorisch gleichermaßen anspruchs-
vollen Aufgabe der digitalen Überlieferungsbildung von Seiten des Staates
geholfen werden kann, zeigte Prof. Dr. Niklaus Stettler (Hochschule für
Wirtschaft und Technik Chur) an einem Beispiel aus Graubünden auf. Der
Beitrag von Dr. Kai Naumann (Landesarchiv Baden-Württemberg) über die von
den meisten Archiven erst zögerlich betriebene Webarchivierung kontrastierte
die vielfach mehr gefühlten als tatsächlichen Probleme mit den bereits
vorliegenden Instrumenten zur Bewältigung dieser Herausforderung, die
- so der Tenor - nicht länger ignoriert werden sollte. Da seitens der
Archivbenutzer von heute die digitale Überlieferungsbildung noch kaum auf
Interesse stößt, stand dabei die Dienstleistung der Archive für die
Registraturbildner im Mittelpunkt.
Anders beim Thema des zweiten Sitzungstages, der Online-Zugänglichmachung
"traditionellen" Archivguts auf dem Wege der Digitalisierung. Hier sehen
sich die Archive einer wachsenden Erwartungshaltung der Benützer
ausgesetzt. Entsprechend ihrem besonderen Charakter als Einzeldokumente
mit hoher Aussagekraft eignen sich besonders Urkunden und Amtsbücher für
solche Vorhaben, die Dr. Gerald Maier und Dr. Maria Magdalena Rückert
(beide Landesarchiv Baden-Württemberg) für Baden-Württemberg, Dr. Hubert
Schopf (Salzburger Landesarchiv) und Dr. Joachim Kemper (Staatsarchiv
München) für Salzburg, Dott. Giovanni Marcadella (Archivio di Stato
di Trento) für Trient, Dr. Adelheid Krah (IÖG Wien) und Dr. Stephan
Kellner (BSB) für Bayern und Dr. Herbert Wurster (Bistumsarchiv Passau)
für die Diözese Passau präsentierten. Aber auch historische Karten und
Kataster werden Inzwischen im Netz präsentiert, wie Dott. Mario Signori
(Archivio di Stato di Milano) am Beispiel der Lombardei veranschaulichte.
Daneben sind die Archive darum bemüht, durch die sog. Retrokonversion
bislang nur analog vorliegender Findmittel digital zu erfassen und für
die Online-Recherche zur Verfügung zu stellen. Über die diesbezüglichen
Erfahrungen im Staatsarchiv St. Gallen berichtete anschaulich Patric
Schnitzer. Bei sämtlichen Vorträgen ging es immer wieder auch um
organisatorische und technische Fragen. Diesen letztgenannten Aspekt
rückten Manfred Hauer (AGI - Information Management Consultants) und
Massimo Colombo (Metis Systems) in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen
über konkrete Softwarelösungen für archivische Onlineangebote. Welche
Bedeutung gerade dabei internationale Standards haben, konnte Petra
Rauschenbach überzeugend am Beispiel des Bundesarchivs erläutern.
Es bleibt zu hoffen, dass der Appell von Dr. Thomas Fricke (Landesarchiv
Baden-Württemberg) zur Weiterpflege der von ihm abschließend präsentierten
Website "Archive in der ArgeAlp" (www.archive-argealp.de) erhört werden
möge.
Insgesamt nämlich konnten die rund 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der
Fachtagung den Eindruck mitnehmen, dass sich den Archiven des Alpenraumes
Nicht nur ähnliche Herausforderungen stellen, sondern dass in der
Vernetzung ein erhebliches Potential für rationelle Lösungen steckt.
Trotz des außerordentlich dichten Programms entwickelte sich eine
mitunter rege Diskussion, die dank zweisprachiger Abstracts und der
beeindruckenden Dolmetscherleistung von Dr. Christine Roilo (Südtiroler
Landesarchiv) und Harald Toniatti (Staatsarchiv Bozen) über die Sprach-
grenze hinweg geführt werden konnte.
Einer breiteren Öffentlichkeit werden die Beiträge in Form von
Präsentationen auf der Homepage der Staatlichen Archive Bayerns
zugänglich gemacht, zudem in gedruckter Fassung im Band 6 der Reihe
"Archive in Bayern" (erscheint voraussichtlich im Oktober 2010).
Dr. Michael Unger
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E-Mail Forum "Geschichte Bayerns"
Redaktion:
Redaktion_AT_geschichte-bayerns.de
http://www.geschichte-bayerns.de/
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