geschichte-bayerns@lists.lrz-muenchen.de

Geschichte Bayerns


[Date Prev][Date Next][Thread Prev][Thread Next][Date Index][Thread Index]

[GBay] Buchpräsentation: Heimat am Inn 28/29



Von: Haupt Matthias [matthias.haupt_AT_stadt.wasserburg.de]
Datum: Do 25.03.2010
Betreff: Buchvorstellung mit Vortrag
-------------------

Heimatverein Wasserburg am Inn und Umgebung (Historischer Verein) e.V.

E I N L A D U N G
Buchvorstellung mit Vortragsveranstaltung
Montag, 19.04.2010, 19.30 Uhr, 
Sparkassensaal Rosenheimer Str., Wasserburg am Inn

Der Heimatverein freut sich, die neue Heimat am Inn 28/29 mit Kurzvorträgen zu den Beiträgen des Bandes von Dr. Gerald Dobler, Matthias Haupt, Ines Müller M.A., Matthias Oesterheld, Michael Pilz, Dr. Laura Scherr, Ferdinand Steffan M.A. und Dr. Johann Tomaschek vorstellen zu können:

Mit dem Doppelband 28/29 stellt der Heimatverein Wasserburg am 19.04.2010 ein reich bebildertes, ca. 350 Seiten umfassendes, Werk vor, das sich mit unterschiedlichsten Themen befasst. Sie reichen von kunstgeschichtlichen Betrachtungen über zeitgeschichtliche Untersuchungen bis zur Würdigung (fast) vergessener Künstler. Und – es werden Fragen beantwortet: Solche, die über das örtliche Interesse hinausgehen und andere, mit mehr lokalen Bezügen. So schreibt Johann Tomaschek über das Gebetsgedenken für Mönche verbrüderter Klöster des Mittelalters und der Frühen Neuzeit und zieht aus den Totengedenkbüchern anderer, oft weit entfernter Klöster mit wissenschaftlicher Akribie Schlüsse über die Besetzung von Leitungsstellen eines Klosters, z.B. auch in Attel. Gerald Dobler beantwortet die Frage, wo sich im heutigen Innenraum der Pfarrkirche St. Jakob eine kunsthistorisch äußerst wertvolle Darstellung einer Ölbergszene als Freskomalerei befindet, wie sie dorthin kam und was es darüber festzustellen gilt. Ferdinand Steffan hat nachgeforscht und sagt uns, wo sich die legendäre Einsiedelei mit Kirche „Am Dürnstein" befand; er schreibt über ihre Geschichte, den jetzigen Standort des Gotteshauses und seine Einrichtung. Laura Scherr beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Wirtschaftspolitik der napoleonischen Zeit auf die Kommunen und ihre Selbstverwaltungsrechte und zeigt auf, welche ungesunden Entwicklungen sich ergeben, wenn sich die Staatsgewalt zu sehr in gemeindliche Angelegenheiten einmischt. Ein Lehrstück für Politiker könnten auch die Untersuchungen von Ines Müller über "Wasserburg in der Weltwirtschaftskrise (1928-1933)" sein. Die Autorin zeigt die Folgen der Krise und die Maßnahmen der damaligen, oft wechselnden Regierungen zur Krisenbewältigung auf und schildert, wie sich die Ereignisse auf unser erlebbares Umfeld auswirkten. Damit wird anschaulich, welche Belastungen auf die Kommune Wasserburg und ihre Bewohner zukamen. Hinter dem umfangreichen Tatsachen- und Zahlenmaterial verbergen sich dramatische mens!
 chliche 
Einzelschicksale von Arbeitslosen und ihren Familien sowie von Fürsorgeempfängern aller Art, aber auch das beispielhafte Bemühen um Hilfe für die Armen der Stadt und ihre Kinder. Ein oft verdrängtes Kapitel vielfach noch erlebter Geschichte schlägt Matthias Haupt auf mit seinem Beitrag über "NS-Zwangsarbeit in der Stadt und im Landkreis Wasserburg", eine Arbeit, die nicht vordergründig anklagt, sondern historisches Schriftgut auswertet, mit Sekundärquellen verknüpft und tragische Einzelbeispiele herausgreift, eine Arbeit, die durch Belegbares schmerzlich erinnert und eindringlich mahnt. Zugleich wird dem Leser die Bedeutung des Archivs als "Gedächtnis der Stadt" vor Augen gehalten, gerade dann, wenn es um die Sensibilisierung des Unrechtsbewusstseins geht, um den Versuch von Versöhnung, Wiedergutmachung und Entschädigung. 

Die Themen-Vielfalt des Bandes 28/29 der "Heimat am Inn" erfährt noch eine Steigerung durch drei Beiträge über Künstler, einen Literaten und zwei Maler mit unterschiedlichen Bezügen zum Wasserburger Raum. Einen Brief des Schriftstellers und Dichters Peter Scher nimmt Michael Pilz zum Anlass, die Bedeutung des "literarischen Netzwerkers" der frühen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts zu untersuchen und der Nachwelt zu vermitteln. Mit wissenschaftlicher Akkuratesse versucht Pilz, Peter Scher gerecht zu werden, falsche Einschätzungen zu revidieren und ihm den gemäßen Platz in der Literaturszene der Zeit des Ersten Weltkriegs sowie der Folgejahrzehnte zuzuweisen. Zwei Kunstmalern, die mehr oder weniger in Vergessenheit geraten sind, setzt Matthias Oesterheld mit seinen erzählenden Kurzbeiträgen ein leistungs- wie auch schicksalsbedingt verdientes Denkmal in der "Heimat am Inn", die wie ihre Vorgänger-Bände Neues vermittelt, Erlebtes in Erinnerung ruft, wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und dem Heimatfreund interessanten und nachdenkenswerten Lesestoff bietet.

Die Autoren sind anwesend und stellen die jeweils zentralen Ergebnisse ihrer Forschungen in fünf-zehnminütigen Kurzvorträgen der Zuhörerschaft vor. Alle Interessierten sind zu dieser öffentlichen Veranstaltung herzlich eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias Haupt
Stadtarchivar

Stadtarchiv Wasserburg a. Inn
http://www.stadtarchiv.wasserburg.de
Kellerstr. 10 - 12
83512 Wasserburg a. Inn
Germany
Tel. +49 8071/920369
Fax: +49 8071/920371

__________________________________________________

E-Mail-Forum "Geschichte Bayerns"
www.geschichte-bayerns.de

Redaktion:
redaktion_AT_geschichte-bayerns.de
__________________________________________________
 




[Date Prev][Date Next][Thread Prev][Thread Next][Date Index][Thread Index]