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[GBay] Neuerscheinung: J. Mack, Der Baumeister und Architekt Joseph Greissing



Von: Strauß-Morawitzky [strauss-morawitzky_AT_t-online.de]
Datum: Do 18.03.2010
Betreff: Neuerscheinung über Joseph Greissing
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Sehr geehrte Damen und Herren,

in Reihe VIII - Quellen und Darstellungen zur Fränkischen Kunstgeschichte ist erschienen:


Johannes Mack: Der Baumeister und Architekt Joseph Greissing.
Mainfränkischer Barock vor Balthasar Neumann.
Reihe VIII Band 16, ISBN 978-3-86652-816-1, 800 Seiten und 350 Abbildungen, VK 59,00 EUR


Die Darstellung: (Auszug aus dem Vortrag des Autors anlässlich der Buchvorstellung im Stadtarchiv Würzburg)
Obgleich die Würzburger Kunstgeschichtsschreibung seit fast einem Jahrhundert das Regnum Johann Philipps II. von Greiffenclau von 1699 bis 1719 im Bezug auf die Bau- und Ausstattungskunst als „Greissingzeit“ bezeichnet und in jener Epoche Kunstwerke von überregionalem Rang wie die Würzburger Neumünsterfassade entstanden, erweist sich die Literaturlage bei näherer Betrachtung als äußerst dünn.

Dass Joseph Greissing bevorzugter Architekt Greiffenclaus war und als fürstbischöflicher Stadt- und Landbaumeister die Baukunst der ersten beiden Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts im Hochstift Würzburg maßgeblich beeinflusste, ist zwar von einigen Forschern schon formuliert worden, doch existierte bisher weder eine Gesamtmonografie noch ein einigermaßen vollständiges Werkverzeichnis. Streit herrschte vor allem darüber, inwieweit der als gelernter Zimmermeister über seine Tätigkeit als Baugroßunternehmer zur Architektur gelangte Greissing überhaupt als selbständig planender Architekt anzusehen ist, oder ob er nicht etwa nur die Pläne Anderer ausgeführt hätte.

Die Literaturanalyse zeigte jedoch schnell, dass die wenigsten Autoren eigene Forschungen betrieben hatten. Stattdessen prägen formelhafte Kategorisierungen, die seit Generationen meist sogar wortwörtlich abgeschrieben wurden, bisher das Bild Greissings. Der Hauptgrund liegt darin, dass sein direkter Amtsnachfolger der weltbekannte Balthasar Neumann war, dessen Ruhm als Architekt, verbunden mit dem Glanz seiner kunstsinnigen Auftraggeber aus dem Hause Schönborn, bis dato fast alle Aufmerksamkeit Würzburger Barockforschung auf sich zieht. Vernachlässigt wurde dabei, dass Neumann seine Ausbildung ausgerechnet in der „Greissingzeit“ erhalten hat. Kurz nach dem Machtwechsel von Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau zu Johann Philipp Franz von Schönborn 1719 zog Neumann mit der Residenz als architektonischem Erstlingswerk eine der bedeutendsten Baustellen Europas professionell auf. Wie war dies für einen „Anfänger“ möglich, welche Grundlagen an Wissen, Technik, Kunstfertigkeit und Kunst hatte Greissing bereits gelegt?

Zielsetzung der Arbeit wurde deshalb die Klärung von Greissings Persönlichkeit und seiner Rolle als schöpferischer Architekt. Dazu kam als Nebenschauplatz von einiger Bedeutung die Frage, bei wem Neumanns Ausbildung stattgefunden hat und in wieweit Neumann von seinem Amtsvorgänger Greissing beeinflusst wurde.

Joseph Greissing: Geboren 1664 bei Bregenz in Vorarlberg als Sohn eines Bergbauern; Lehre als Zimmermann; erster Beleg für Greissings Anwesenheit in Würzburg aus dem Jahr 1689; 1699 heiratet er die wohlhabende Würzburger Bürgerstochter Anna Füsser, von 1701 bis 1719 Hofbaumeister, gestorben 1721.
Eine Auswahl seiner Werke: Neumünster in Würzburg, Neues Rathaus in Hassfurt, Schloss in Burgpreppach, Schloss Oberschwappach (nach seinen Plänen nach seinem Tod), Kirche von Bundorf (nach seinen Plänen nach seinem Tod), Rathaus in Iphofen, Kloster Obertheres (heute „Schloss“), Klosteranlage in Ebrach.


Gesellschaft für fränkische Geschichte
c/o WiKommVerlag
Alter Festplatz 14
96135 Stegaurach
www.franken-im-buch.de


Mit freundlichen Grüßen

Sigrid Strauß-Morawitzky


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