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Geschichte Bayerns


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[GBay] Neuerscheinung: Historischer Atlas Kissingen



Von: E. Balder [E.Balder_AT_kbl.badw.de]
Datum: Mi 27.01.2010 
Betreff: KBL-Neuerscheinung
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Sehr geehrte Damen und Herren,

die Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften möchte Sie auf folgende Neuerscheinung hinweisen:

Heinrich Wagner, Kissingen. Stadt und Altlandkreis (Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken I/ 36), München 2009, XLIII+588 Seiten, 11 Abb., 22 Tafeln, 2 Karten, ISBN 978 3 7696 6857 5, Euro 38,00

Der Band Kissingen in der Reihe des Historischen Atlas von Bayern, Teil Franken, beschreibt die geschichtliche Entwicklung des Altlandkreises, wie er bis zur Gebietsreform 1972 bestand. Im frühen Mittelalter verfügte das Kloster Fulda über reichen Besitz in und um Kissingen (Salzproduktion!) und Münnerstadt. Bedeutende weltliche Konkurrenten waren die Grafen im Saalgau, bei denen es sich um Vorfahren der um die Jahrtausendwende mächtigen Markgrafen von Schweinfurt handeln dürfte. 

Im 12. Jahrhundert gelang es den Grafen von Henneberg, den fuldischen Besitz im Untersuchungsraum, den sie zunächst wohl nur zu Lehen trugen, zu allodialisieren. Im Zeitalter der Territorialisierung festigten sie ihre Stellung durch den Ausbau von Ebenhausen, Kissingen und Münnerstadt. Ihr schärfster Konkurrent im Kampf um die Landesherrschaft wurde das Hochstift Würzburg. Teilungen im gräflichen Haus Henneberg sowie damit verbundene Erbfälle ermöglichten Würzburg den sukzessiven Erwerb von Teilen der hennebergischen Herrschaften. Mit dem Erlöschen des Geschlechts im Mannesstamm 1583 traten verschiedene wettinische Linien dessen Erbe an. In Maßbach, das zur sächsischen Exklave wurde, waren die Wettiner bis weit über die Säkularisation 1802/03 hinaus begütert. 1803 bzw. 1814 kam der gesamte Untersuchungsraum im Zuge von Säkularisation und Mediatisierung an das Koenigreich Bayern. 

Für jeden Ort des alten Landkreises Kissingen werden zwei Statistiken (um 1600 und am Ende des Alten Reiches um 1800) die einzelnen Herrschaftsträger mit ihren Rechten und Besitzungen aufgelistet. In einem abschließenden Kapitel werden die Verwaltungsstrukturen des 19. und 20. Jahrhunderts dargestellt. Zwei großformatige Karten veranschaulichen die Ergebnisse. Der vergleichenden Landesgeschichte wie auch Heimatforschern und allen historisch Interessierten steht damit ein auf zuverlässiger Quellenbasis erarbeitetes Überblicks- und Nachschlagewerk zur Verfügung.

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Evelyn Balder M.A.
Kommission für bayerische Landesgeschichte 
Goppel Strasse 11
80539 München
Tel: 089 23031 1172

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