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Geschichte Bayerns
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[GBay] Neuerscheinung: M. Tamme, Apotheken in Bayern
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- Subject: [GBay] Neuerscheinung: M. Tamme, Apotheken in Bayern
- From: "Geschichte Bayerns (Dr. Georg Köglmeier)" <georg.koeglmeier_AT_soziologie.uni-regensburg.de>
- Date: Tue, 03 Nov 2009 12:03:17 +0100
- Organization: Universitaet Regensburg
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- Sender: owner-geschichte-bayerns_AT_lists.lrz-muenchen.de
Von: "Mario Tamme" <Mario.Tamme_AT_gmx.net>
An: <redaktion_AT_geschichte-bayerns.de>
Datum: 11/3/2009 10:15
Betreff: Re: Apotheken in Bayern
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Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei kurz einige Angaben zu meinem neuerschienenen Buch:
Mario Tamme: Apotheken in Bayern. Die Arzneimittelversorgung im Rentamt
Landshut bis 1808,
Verlag Friedrich Pustet Regensburg, ISBN 9783791722368, 304 Seiten,
29,90 Euro.
Der Beruf des Pharmazeuten nimmt eine herausragende Stellung innerhalb
der verschiedenen Gewerbearten ein. Daher ist die Geschichte der
Apotheken ein wichtiger Bestandteil der Wirtschafts- und
Sozialgeschichte einer Stadt. Das Buch schildert die Entstehung und
Entwicklung der ersten Apotheken in den Staedten Landshut, Dingolfing,
Erding und Vilshofen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der
Darstellung von Personengruppen, wie der Bader, Haendler, Hebammen oder
Kraeuterfrauen, die den Apothekern widerrechtlich Konkurrenz machten.
Entsprechend der staedtischen Situation werden auch die medizinische
Versorgung der laendlichen Raeume und die Bedeutung der
Klosterapotheken z. B. Aldersbach, ferner die Installation von
Landgerichtsapotheken in den Staedten Eggenfelden, Moosburg, Landau,
Pfarrkirchen und Vilsbiburg thematisiert.
Ferner folgende Kurzrezension von Rudolf Neumaier, welche am 30.10.2009
in der SZ auf Seite 34 erschienen ist:
"Von Pfuschern, Kraeutlein und Brechreiz
Opium wurde dem Volk lange vor Karl Marx verabreicht, und zwar oral.
Als Mittel gegen Rheuma- und Zahnschmerzen waren opiumhaltige P
uelverchen einst sehr gefragt. Fahrende Pfuscher boten Mittel wie
Theriak und Mithridat feil, mit denen sich die Kundschaft sanft aus dem
von schwerer Arbeit beladenen Alltag verabschieden konnte - auch wenn
keine Schmerzen sie plagten. Zudem hatten Hebammen ein Haendchen fuer
sogenannte schmerzlindernde Praeparate, doch sie mussten hoellisch
aufpassen, dass sie nicht als Hexen verbrannt wurden. Scharlatane waren
Legion. Legitimiert zu Produktion und Verkauf von Heilmitteln waren nur
die Apotheker. Allein, von ihnen gab es viel zu wenige in Bayern - nur
in den groessten Staedten praktizierten ausgebildete Pharmazeuten. Im
Seuchenfaellen, etwa bei der Pest 1617 in Vilshofen, wirkte sich das
mangelhafte Gesundheitssystem gravierend aus.
Der Historiker Mario Tamme erzaehlt in seinem Buch "Apotheken in
Bayern" die Geschichte der Arzneimittelversorgung. Exemplarisch
behandelt er das fruehere Rentamt Landshut. Die Quellen, die er in den
Archiven gefunden und mit einer ueberaus leserfreundlichen
Wissenschaftlichkeit aufbereitet hat, sind aus dem Leben der Menschen
vergangener Jahrhunderte gegriffen.
Im spaeten Mittelalter waren die Apotheker auch fuer Suessigkeiten
zustaendig: Sie lieferten Konfekt, in aus, wie Tamme schreibt, "mit
Zucker gelierten Schalen von Zitrusfruechten, kandierten Nuessen,
Mandeln, Nougat oder Marzipan", das je nach Bedarf mit abfuehrenden
oder Brechreiz ausloesenden Mitteln versetzt war. Es diente dazu, "die
Gesundheit der Fuersten nach den ueppigen Mahlzeiten und Trinkgelagen
zu foerdern". Auch in Apotheken wurde mitunter uebel gepfuscht.
Ansonsten waren die Apotheker seit dem 16. Jahrhundert angesehene
Leute. Die Landshuter schrieben ihrem Stadtapotheker Johann Christoph
Stubenboeck im Jahr 1720 auf den Grabstein: Der durch sein Kunst war
dienstlich Kranken und Gesunden / Allein fuer sich kein Kraeutlein hat
gefunden."
Mit freundlichen Gruessen
Dr. Mario Tamme
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