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[GBay] WWW: Urkunden des Archivs des Herzoglichen Georgianums Muenchen online



Von: 	"Stein Claudius" <Claudius.Stein_AT_Verwaltung.Uni-Muenchen.DE>
An:	<redaktion_AT_geschichte-bayerns.de>
Datum:	9/21/2009 5:47 
Betreff:	Herzogliches Georgianum
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Sehr geehrte Damen und Herren!

Namens der Direktion des Herzoglichen Georgianums moechte ich Sie darueber 
informieren, dass der Urkundenbestand des Archivs des Herzoglichen Georgianums 
Muenchen nun als Volldigitalisat im Internet zugaenglich ist. Naehere Informationen 
finden Sie in der unten angehaengten Meldung.


Mit freundlichen Gruessen


Dr. phil. Claudius Stein, M. A.

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Archiv des Herzoglichen Georgianums Muenchen: 
Urkundenbestand als Volldigitalisat zugaenglich

Zu Jahresbeginn 2009 wurden die im Archiv des Herzoglichen Georgianums vorhandenen 
Urkunden im Rahmen von monasterium, "des virtuellen Urkundenarchivs Europas", 
digitalisiert und sind seit September 2009 online zugaenglich:
http://www.mom-ca.uni-koeln.de/MOM-CA/start.do (von hier: Bestaende -> 
Bundesrepublik Deutschland (D) -> Freistaat Bayern -> Archiv des herzoglichen 
Georgianums Muenchen)

Das Georgianum wurde 1494 durch Herzog Georg den Reichen von Bayern-Landshut als 
Studentenburse an der Universitaet Ingolstadt gegruendet. Die Stiftung stand mit der 
damaligen Hohen Schule in ebenso engem organischen Zusammenhang wie mit der heutigen 
Ludwig-Maximilians-Universitaet Muenchen. Im Lauf der Zeit wandelte sich der 
Stiftungscharakter weg von einer Studentenburse hin zu einem Priesterseminar. 
Dennoch ist das Herzogliche Georgianum als das aelteste deutsche und als das 
zweitaelteste Priesterseminar der katholischen Welt anzusprechen. 1800 wurde es nach 
Landshut, 1826 nach Muenchen verlegt. Mit Ausnahme der Zeit von 1939 bis 1945 weist 
das Georgianum somit eine Kontinuitaet von ueber 500 Jahren auf. In seinen zentralen 
Bestandteilen hat das 1534 erstmals erwaehnte Archiv des Herzoglichen Georgianums 
den Zweiten Weltkrieg unbeschadet ueberstanden. Dass die Verluste an aelteren 
Urkunden auch ueber die Jahrhunderte hinweg aeusserst gering sind, beweist das um 
1587 angelegte erste Findbuch (http://www.universitaetsarchiv.uni-
muenchen.de/georgianum/findmittel_online/findbuch/index.html).

Die Mehrheit der Urkunden dokumentiert die wirtschaftliche Entwicklung des 
Georgianums. Von herausragender Bedeutung sind hingegen die Stiftungsbriefe fuer 
Freiplaetze. Bereits in der Stiftungsurkunde hatte Herzog Georg der Reiche 
Privatpersonen angeregt, den elf von ihm selbst errichteten Stipendien weitere 
hinzuzufuegen (AHG, I 4). Hier sind zu nennen Georg Zingel, Ingolstaedter Gegner des 
Jakob Locher (Philomusus), der seine Freiplatzstiftung mit einer fruehen 
Buecherschenkung verband (AHG, I 8, mit Aufzaehlung der Titel), dann bekannte Namen 
wie Johann von Adorf (AHG, I 12), Michael Harrer-Eck, der Neffe von Johannes Eck 
(AHG, I 33), und Simon Thaddaeus Eck, der bayerische Kanzler (AHG, I 47), sowie 
Martin Eisengrein (AHG, I 52). Dokumentiert wird also die Entwicklung vom 
Ingolstaedter Humanismus zum Konfessionellen Zeitalter (vgl. Heinz Juergen Real, Die 
privaten Stipendienstiftungen der Universitaet Ingolstadt im ersten Jahrhundert 
ihres Bestehens, Berlin 1972). Als Kuriosum mag in diesem Zusammenhang auf die 
paepstliche Erlaubnis fuer den Augsburger Bischof Heinrich von Knoeringen verwiesen 
werden, haeretische Buecher zu lesen (AHG, I 63a). Weiterfuehrende Informationen zur 
Geschichte des Archivs und zu seiner Bestaendestruktur sowie allgemein zum 
Herzoglichen Georgianum koennen der Homepage
(http://www.universitaetsarchiv.uni-muenchen.de/georgianum/index.html) entnommen 
werden.


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Dr. phil. Claudius Stein, M. A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Pfleger des Archivs und Kustos der Sammlungen 
des Herzoglichen Georgianums

Archiv der Ludwig-Maximilians-Universitaet Muenchen

Postanschrift 
Geschwister-Scholl-Platz 1
D-80539 Muenchen

Hausanschrift
Edmund-Rumpler-Strasse 9/II
D-80939 Muenchen

Telefon 
++4989/2180-72100 (Kanzlei)
++4989/2180-72116 (Durchwahl)

Fax 
++4989/2180-72101

http://www.universitaetsarchiv.uni-muenchen.de/index.html

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