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[GBay] Ausstellung: "Ewig bluehe Bayerns Land" in Landshut




Bayerisches Staatsministerium der Finanzen - Pressemitteilung 164/2009, 26. Mai 2009:


"Ewig bluehe Bayerns Land - Herzog Ludwig X. und die Renaissance"
Sonderausstellung der Schloesserverwaltung in der Stadtresidenz Landshut


"Die neue Sonderausstellung der Schloesserverwaltung fuehrt uns in ein hoechst spannendes Kapitel der bayerischen Geschichte: So wie die beruehmte Fuerstenhochzeit fuer den Glanz des spaetmittelalterlichen Landshut als Residenzstadt des Herzogtums Niederbayern steht, so blickt die Ausstellung auf die weltoffene Epoche der Renaissance, in der sich das in seinen Landesteilen Ober- und Niederbayern wieder vereinte Herzogtum Bayern als fruehmoderner Staat ausformte - und fuer diesen Blick in die Geschichte gibt das eindrucksvolle bauliche Ensemble der Stadtresidenz Landshut den wuerdigen Rahmen", stellte Finanzminister Georg Fahrenschon bei der Eroeffnung der Sonderausstellung der Schloesserverwaltung "Ewig bluehe Bayerns Land - Herzog Ludwig X. und die Renaissance" in Landshut am Dienstag (26.5.) fest. Im Fokus der Ausstellung steht die Epoche Herzogs Ludwig X. (1495 -1545) und sein spektakulaerer Renaissancepalast - die Stadtresidenz Landshut. Die Bayerische Schloesserverwaltung zeigt die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Stadt Landshut; ihr Schirmherr ist Ministerpraesident Horst Seehofer.

Die von der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schloesser, Gaerten und Seen betreute Stadtresidenz Landshut, der Schauplatz der Ausstellung, gilt als der erste im Stil der italienischen Renaissance noerdlich der Alpen erbaute Palast. "Fuer den unbefangenen Besucher ein unerwartetes Stueck Italien inmitten Altbayerns, und fuer den Kenner ein Juwel der europaeischen Kunst- und Architekturgeschichte", merkte Fahrenschon an. Landshut koenne als eine der grossen altbayerischen Gruendungsstaedte auf ueber 800 Jahre Geschichte zurueckblicken. So sei es nahegelegen, die Wittelsbacher Residenzstadt zum Ausgangspunkt einer grossen Ausstellung zu bestimmen.

Fahrenschon erinnerte in seinem Blick auf die Geschichte an den Erbauer der Stadtresidenz, Herzog Ludwig X., den letzten bayerischen Herzog, der in Landshut regierte und der zunaechst nicht fuer die Regierung bestimmt war. Sein Vater Albrecht IV. hatte mit dem Sieg im Landshuter Erbfolgekrieg die Einheit des Herzogtums Bayern nach 250 Jahren der Landesteilung wieder hergestellt. Zur Sicherung der Einheit sprach er 1506 die Herrschaft dem Erstgeborenen zu, seinem Sohn Wilhelm IV. Dennoch konnte der zweitgeborene Ludwig 1514 seine Mitregierung erstreiten. So regierten von 1514 bis 1545 die Brueder Wilhelm IV. und Ludwig X. das Herzogtum Bayern gemeinsam. "Sie schufen nicht nur wesentliche Grundlagen fuer die Landesverwaltung, wie etwa das erste gesamtbayerische Gesetzbuch. Am Beginn des konfessionellen Zeitalters stellten die Herzoege mit der Parteinahme fuer den katholischen Glauben auch Weichen, die den bayerischen Weg bis heute gepraegt haben", betonte Fahrenschon. Waehrend Wilhelm IV. in Muenchen regierte, war Landshut die Residenzstadt Ludwigs X. Der weltoffene Renaissancefuerst machte seinen Landshuter Hof zu einem bedeutenden Zentrum humanistischer Gelehrsamkeit und hoefischer Kunst der Renaissance. Er foerderte bedeutende Gelehrte, wie den grossen bayerischen Historiker Johannes Aventin oder den Mathematiker und Astronom Peter Apian. Die umfangreiche humanistische Bibliothek von Ludwigs herzoglichem Rat Johann Albrecht von Widmanstetter wurde beispielsweise der Grundstock der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek. Als maezenatischer Auftraggeber habe Ludwig einen wichtigen Beitrag zur Begruendung des heutigen Reichtums der bayerischen Kunstsammlungen geleistet, so Fahrenschon.

"Der in die Zukunft gerichtete Wahlspruch Ludwig X. - "Ewig bluehe Bayerns Land" - der als Motto der Ausstellung gewaehlt wurde und schon fast zum gefluegelten Wort geworden ist, verweist also zum Einen auf seinen politischen Beitrag zur Entwicklung eines geeinten und starken bayerischen Staates. Er kennzeichnet aber auch das erstmals in seiner Hofkultur etablierte neue Verstaendnis der Bedeutung von Kunst und Wissenschaft fuer die Bluete des Landes - ein modernes Verstaendnis, das wir heute uneingeschraenkt teilen", hob Fahrenschon hervor.

Die Ausstellung der Bayerischen Schloesserverwaltung versammelt mit ueber 200 hochkaraetigen Leihgaben die Kunst des Landshuter Hofs am urspruenglichen Ort - in den Renaissancesaelen seiner Residenz; sie rueckt seinen spektakulaeren Palastbau selbst in den Mittelpunkt und entwirft mit vielen historischen Dokumenten ein lebendiges Bild dieser Epoche.

Fahrenschon wies auch auf die zahlreichen baulichen Verbesserungen in der Stadtresidenz im Vorfeld der Ausstellung hin. So sei etwa bereits 2004 zum 800jaehrigen Stadtjubilaeum der Deutsche Bau der Stadtresidenz fuer die Nutzung durch die Museen der Stadt Landshut saniert und modernisiert worden. Der Italienische Bau mit seinen bedeutenden historischen Prunksaelen sei nun fuer die Ausstellung behutsam nachgeruestet worden. Erstmals sei es nun im Zuge der Ausstellung moeglich, die Deckenmalerei der Renaissance in wunderbarer Ausleuchtung zu betrachten, hob Fahrenschon hervor. Mehr als eine Million Euro seien allein in die baulichen und restauratorischen Vorbereitungen fuer die Ausstellung geflossen, der Ausstellungsetat umfasse weitere 1,5 Millionen Euro. Die Ausstellung in 25 Raeumen der Stadtresidenz fuehre den Erlebniswert und das museale Potential der Stadtresidenz eindrucksvoll vor Augen. Die Schaffung der musealen Infrastruktur sei gleichzeitig ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum zukuenftigen Museumskomplex im Herzen der Stadt Landshut, den der Freistaat und die Stadt Landshut gemeinsam bespielen werden, kuendigte Fahrenschon an.


Weitere Informationen im Internet:
www.schloesser.bayern.de
und
www.ausstellung-landshut.de


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