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Geschichte Bayerns


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[GBay] Newsletter des Historischen Archivs des BR



Betreff: 	Newsletter
Datum: 	Wed, 27 May 2009 17:15:45 +0200
Von: 	Rittner, Sabine <Sabine.Rittner_AT_brnet.de>
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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hiermit uebersenden wir Ihnen unseren Newsletter 1/2009 zum interessierten
Lesen. Zugleich moechten wir eine ca. halbstuendige Fuehrung durch unsere
neue Ausstellung "Von braven Suendern, Kuckuckskindern und verkauften
Grossvaetern" anbieten, die das Historische Archiv anlaesslich des 50.
Geburtstags der Sendung "Komoedienstadel" konzipiert hat und die bis zum
19. Juni im Marmorfoyer des Muenchner Funkhauses an der Hopfenstrasse zu
sehen ist.

Termine:  Donnerstag, 4. Juni, 17.30 Uhr oder Dienstag, 9. Juni, 17.00 Uhr
Treffpunkt ist im Marmorfoyer, Eingang Hopfenstrasse.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Viele Gruesse und viel Spass beim Lesen

Bettina Hasselbring
Leitung Historisches Archiv/ABD
(Haus 8, Zimmer 1108)
Bayerischer Rundfunk
Rundfunkplatz 1
80335 Muenchen
Tel.: ++49 - (0)89 - 5900-3293, 4063, 4612
Fax: ++49 - (0)89 - 5900-4129

www.br-online.de/historisches-archiv

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Auszug: Newsletter 1/09 - Bayerischer Rundfunk, Historisches Archiv

[...]

Das Jubilaeumsjahr 2009

2009 ist fuer den Bayerischen Rundfunk ein Jahr der Jubilaeen. Den Anfang
machte der 25. Januar. Vor genau 60 Jahren ueberreichte der Direktor der
Militaerregierung in Bayern, Murray D. van Wagoner, die Lizenzurkunde an
den Vorsitzenden des Rundfunkrats, Alois Johannes Lippl und den
Intendanten, Rudolf von Scholtz. Aus "Radio Muenchen" wurde der Bayerische
Rundfunk, eine Anstalt des oeffentlichen Rechts.
Der Rundfunk selbst feiert bereits seinen 85. Geburtstag. Am 30. Maerz
1924 startete die "Deutsche Stunde in Bayern, Gesellschaft fuer drahtlose
Belehrung und Unterhaltung mbH" ihren Betrieb aus dem Kuppelbau des
Verkehrsministeriums in der Arnulfstrasse, schraeg gegenueber dem heutigen
Funkhaus.
Ebenfalls 60 Jahre alt wurde in diesem Jahr die Ultrakurzwelle. Am 28.
Februar 1949 startete der erste UKW-Sender Europas in Muenchen-Freimann.
Bis 1950 gingen weitere UKW-Stationen in Nuernberg, auf dem Wendelstein
und Wuerzburg in Betrieb, wodurch 35 Prozent der Einwohner Bayerns UKW
empfangen konnten. 1954 war Bayern bereits flaechendeckend versorgt. Im
Gegensatz zur Mittelwelle ist beim UKW-Betrieb ein nahezu stoerungsfreier
Empfang moeglich, weswegen das UKW-Programm des Bayerischen Rundfunks in
einigen Programmzeitschriften auch als "Welle der Freude" betitelt wurde.
Konnte man 1924 nur ein Hoerfunkprogramm ausstrahlen, bedeutete der Start
der UKW-Welle die Moeglichkeit eines weiteren Programms. Im August 1950
wurde auf UKW offiziell ein zweites eigenstaendiges Programm eingefuehrt,
das heutige Bayern 2.
1949 wurde das Studio Nuernberg, das heutige Studio Franken, in einem
umgebauten Pferdelazarett in der Wallensteinstrasse eroeffnet. Erster
Leiter des damaligen Studios Nuernberg wurde Fritz Mellinger. Der
Programmschwerpunkt lag urspruenglich auf der populaeren Unterhaltung,
gepflegt wurde aber auch die Alte Musik, wofuer die Sendereihe
"Musikalisches Tafelkonfekt" steht. 1952 war die erste Folge zu hoeren und
inzwischen ist sie eine der aeltesten Musiksendungen im europaeischen
Rundfunk. Zum Jubilaeum ist eine neue Broschuere erschienen: "Ueberall ist
Franken. Der Bayerische Rundfunk in Nuernberg und Wuerzburg" (erhaeltlich
im Studio Franken).
Am 1. Juli 1949 wurde das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
gegruendet. Bereits im Februar des gleichen Jahres erfolgte der Beschluss
des Programm-Ausschusses: "Es wird dem Rundfunkrat empfohlen zu
veranlassen, dass die Intendanz das grosse Orchester des Bayerischen
Rundfunks ausbaut und es zu einem erstklassigen Instrument der Station zu
entwickeln." Wunschdirigent war Eugen Jochum, der fuer die Aufgabe
gewonnen werden konnte und am 29. und 30. September 1949 die ersten
oeffentlichen Konzerte in der Aula der Universitaet dirigierte.


Neue Publikation

"Ein bisserl was geht immer", so heisst die Publikation zum 60. Geburtstag
des Bayerischen Rundfunks. Das Buch, dessen Titel auf einen Spruch des
"Monaco Franze" aus der gleichnamigen Erfolgsserie anspielt, erzaehlt die
Geschichte des Rundfunks in Bayern. Der Medienjournalist Karl-Otto Saur
ging in Zusammenarbeit mit dem Historischen Archiv der Entwicklung des
Bayerischen Rundfunks nach. In acht Kapiteln auf 312 Seiten werden die
Anfaenge der "Deutschen Stunde in Bayern" ab 1924, der Missbrauch des
Rundfunks als politisches Propagandamittel unter dem Namen "Reichssender
Muenchen" im Dritten Reich und der Neuanfang 1945 als "Radio Muenchen"
beschrieben. Am 25. Januar 1949 schlug dann die Geburtsstunde
des Bayerischen Rundfunks, einer Anstalt des oeffentlichen Rechts. Der
groesste Teil des Buches widmet sich den Sendungen, den Menschen und
Ereignissen, die die Rundfunkanstalt seit 1949 praegten und praegen. Die
Programm- und Unternehmensgeschichte ist mit ueber 600 Fotos und
zahlreichen Dokumenten illustriert und gibt einen Ueberblick ueber die
Hoerfunk- und Fernsehproduktion der letzten 60 Jahre, ueber die Entstehung
einzelner Wellen sowie der Klangkoerper, ueber Hilfsprojekte und die
technische Entwicklung vom ersten Roehrensender zum multimedialen
Programm.
Erschienen ist das Buch im Mai 2009 bei dtv, zu beziehen ueber den
Buchhandel und den BR-Shop fuer 19,90 Euro.


[...]

Neue Nachlaesse

In den vergangenen drei Jahren gingen zahlreiche neue Nachlaesse und
Sammlungen an das Historische Archiv. 2007 konnten die Nachlaesse von
Alois Johannes Lippl und Wolfgang Kenntemich uebernommen werden, 2008 und
2009 folgten Unterlagen von Paul Ernst Rattelmueller, Maximilian Vitus und
Walter von Cube sowie die Sammlung Landespolitik, nach dem Ausscheiden der
langjaehrigen Leiterin Daniela Philippi.
Alois Johannes Lippl (1903 ? 1957) war der erste Vorsitzende des
BR-Rundfunkrates von 1949 bis 1950. Mit populaeren Buehnenstuecken wie
"Die Pfingstorgel" oder "Der Holledauer Schimmel" wandte er sich schon in
den 1930er Jahren dem Rundfunk zu sowie in den 1950er Jahren dem Film als
Drehbuchautor, Regisseur und Dramaturg. Nach dem Krieg fungierte Lippl als
Praesident des Bayerischen Jugendrings und erhielt in dieser Funktion
einen Sitz im Rundfunkrat.
Anton Kenntemich (1944 ? 1996) begann 1972 beim Bayerischen Rundfunk. Fuer
den Kirchenfunk war er vermehrt ab 1992 taetig, meist mit Berichten fuer
die "Katholische Welt". Am 1. Januar 1996 uebernahm Kenntemich die Leitung
der Redaktion Kirche im Hoerfunk. Ueberraschend starb er im gleichen Jahr,
am 6. November 1996.
Walter von Cube (1906 ? 1984) war ab 1948 Chefredakteur und
Chefkommentator beim Bayerischen Rundfunk, von 1960 bis 1972 war er
Hoerfunkdirektor und zudem Stellvertreter des Intendanten.
Maximilian Vitus (1897 ? 1968) begann als Schauspieler bei den
"Tegernseern", ab den 1930er Jahren schrieb er selbst volkstuemliche
Stuecke. Das Lustspiel "Die drei Eisbaeren" wurde zum Klassiker der
Fernsehsendung "Komoedienstadel".
Paul Ernst Rattelmueller (1924 ? 2004) war ehemaliger Bezirksheimatpfleger
von Oberbayern und ab 1955 Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks,
vorwiegend bei der Volksmusik. Bekannt wurde er vor allem als Autor fuer
Sendungen wie "Boarischer Hoagascht".
Die Nachlaesse beinhalten Manuskripte, Schriftwechsel und Fotos. Sie sind
zum Teil bereits erschlossen bzw. werden derzeit verzeichnet und stehen in
Kuerze online als Findbuch zur Verfuegung. (sr)



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