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Geschichte Bayerns
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Neuerscheinungen zu Rothenburg ob der Tauber
- To: geschichte-bayerns_AT_lists.lrz-muenchen.de
- Subject: Neuerscheinungen zu Rothenburg ob der Tauber
- From: "Geschichte Bayerns (Dr. Georg Köglmeier)" <georg.koeglmeier_AT_soziologie.uni-regensburg.de>
- Date: Thu, 23 Oct 2003 11:15:02 +0200
- Organization: Universitaet Regensburg
- Reply-to: geschichte-bayerns_AT_lists.lrz-muenchen.de
- Sender: owner-geschichte-bayerns_AT_lists.lrz-muenchen.de
From: "Stadtarchiv Rothenburg"
stadtarchiv_AT_rothenburg.de
Subject: Neuerscheinungen Rothenburg ob der Tauber
Date sent: Wed, 22 Oct 2003 17:55:32 +0200
Organization: Stadt Rothenburg ob der Tauber
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Sehr geehrte Damen und Herrn,
anbei ein Hinweis auf zwei Neuerscheinungen zu
Rothenburg ob der Tauber.
Mit freundlichem Gruss
Karl Borchardt
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Stadtarchiv Rothenburg ob der Tauber
Buettelhaus
Milchmarkt 2
91541 Rothenburg ob der Tauber
Tel. 09861/709768
stadtarchiv_AT_rothenburg.de
http://www.rothenburg.de
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Neuerscheinungen / Neuerwerbungen
Wigant Weltzer (Hg.), Das Lutherhaus in Lechnitz: Chronik
eines evangelischen Gemeindehauses in Siebenbuergen
(Gundelsheim/Neckar 2003), 148 S. u. Abb., ISBN 3-929848-
37-6
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Deutsche aus
Lechnitz, einem Pfarr- und Marktort im Norden
Siebenbuergens, unweit Bistritz gelegen, in Rothenburg ob der
Tauber ein neues Zuhause. Im Auftrag der
Heimatortsgemeinschaft Lechnitz gibt jetzt Wigant Weltzer die
Aufzeichnungen des von 1909 bis 1939 in Lechnitz
amtierenden Schulrektors Friedrich Wilhelm Lieb (1878-1941)
ueber den Bau des dortigen Lutherhauses heraus, ergaenzt
durch zusaetzliche Informationen und Fotos. Die Planungen
fuer das Gemeindehaus begannen bereits vor dem Ersten
Weltkrieg. Durchgefuehrt wurde der Bau 1929. Genutzt wurde
das Gebaeude nicht nur fuer kirchliche, sondern auch allgemein
fuer kulturelle und nicht zuletzt fuer politische
Veranstaltungen. Anhand seiner Geschichte erhaelt man daher
interessante Einblicke in das Alltagsleben und die Mentalitaet
der Lechnitzer zwischen den beiden Weltkriegen.
Joshua Hagen, The Jewel of the German Past: Historical
Preservation, Tourism, and National Identity in Rothenburg ob
der Tauber, Germany, unveroeffentlichtes
Dissertationsmanuskript (Madison/Wisconsin 2003), 703 S. u.
Abb.
Die geographische Dissertation, angefertigt an der Universitaet
von Wisconsin in Madison, beschaeftigt sich mit dem
Fremdenverkehr und Tourismus in Rothenburg waehrend des
20. Jahrhunderts. Dabei stehen die Wirtschaftsstatistiken nicht
im Vordergrund des Interesses, sondern die Frage, wie
Rothenburg vermarktet wurde, welche Rueckwirkungen dies
auf die Erhaltung echter historischer Substanz und auf die
generelle Stadtentwicklung hatte. Ueber weite Strecken liest
sich die in sieben Kapitel gegliederte Arbeit deshalb wie eine -
bisher in deutscher Sprache fehlende - Stadtgeschichte nach
dem Ende der Reichsstadtzeit. Nach einer ausfuehrlichen
Einleitung zur geographischen und historischen Situation
Rothenburgs behandeln die Hauptteile in chronologischer
Abfolge Rothenburg unter bayerischer Herrschaft 1802-71, die
Entdeckung Rothenburgs als Kleinod des deutschen
Mittelalters im Zweiten Kaiserreich 1871-1914, dann den
Ersten Weltkrieg und seine vornehmlich wirtschaftlichen
Folgen 1914-33, welche den Fremdenverkehr grundlegend
veraenderten, die Nazi-Zeit 1933-45, deren Ideologie und
Organisation (Kraft durch Freude) die Uebernachtungszahlen
in Rothenburg mehr als verdoppelte (von unter 60000 1933/34
auf ueber 140000 1937/38), schliesslich den Wiederaufbau
nach 1945 und den internationalen Tourismus der letzten
Jahrzehnte. Zahlreiche neue Quellen werden erschlossen, nicht
nur aus dem Stadtarchiv, dem infolge des Verlustes der
staedtischen Registratur 1945 wichtiges Material fehlt, sondern
auch aus Archiven und Sammlungen in Nuernberg und
Muenchen. Das historische Festspiel "Der Meistertrunk" und
der alljaehrliche Schaefertanz finden gebuehrende Wuerdigung.
Die ueberlegt ausgewaehlten Abbildungen (S. 573-703)
belegen historisierende Neubauten, die man dann doch nicht
ausgefuehrt hat. Das Verhalten des staedtischen Bauamts und
des 1898 gegruendeten Vereins Alt-Rothenburg wird vor
seinem jeweiligen zeitgeschichtlichen Hintergrund transparent
gemacht. Es gelingt dem Autor, zahlreiche Details
ueberzeugend mit den widerstreitenden Interessen in der Stadt,
aber auch mit dem sich wandelnden Zeitgeist zu erklaeren. Ein
zentraler Aspekt der juengeren Stadtgeschichte wird erstmals
zusammenhaengend dargestellt. Natuerlich darf darueber nicht
vergessen werden, dass Rothenburg niemals allein vom
Tourismus lebte und dass deshalb sowohl die gewerbliche
Entwicklung als auch die Verkehrsanbindung und die
technische Infrastruktur (Elektrizitaet, Telefon, Gaswerk) seit
dem Ende des 19. Jahrhunderts eine eigene Untersuchung
verdienten. Trotzdem kann man nur wuenschen, dass die
vorliegende Studie baldmoeglichst in gedruckter Form einem
weiteren Publikum zugaenglich wird.
Karl Borchardt, Stadtarchiv Rothenburg ob der Tauber
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