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Neuerscheinungen zu Rothenburg ob der Tauber



From: "Stadtarchiv Rothenburg" 
stadtarchiv_AT_rothenburg.de
Subject: Neuerscheinungen Rothenburg ob der Tauber 
Date sent: Wed, 22 Oct 2003 17:55:32 +0200 
Organization: Stadt Rothenburg ob der Tauber
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Sehr geehrte Damen und Herrn,

anbei ein Hinweis auf zwei Neuerscheinungen zu 
Rothenburg ob der Tauber.

Mit freundlichem Gruss

Karl Borchardt

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Stadtarchiv Rothenburg ob der Tauber
Buettelhaus
Milchmarkt 2
91541 Rothenburg ob der Tauber
Tel. 09861/709768
stadtarchiv_AT_rothenburg.de
http://www.rothenburg.de
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Neuerscheinungen / Neuerwerbungen

Wigant Weltzer (Hg.), Das Lutherhaus in Lechnitz: Chronik 
eines evangelischen Gemeindehauses in Siebenbuergen 
(Gundelsheim/Neckar 2003), 148 S. u. Abb., ISBN 3-929848-
37-6

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Deutsche aus 
Lechnitz, einem Pfarr- und Marktort im Norden 
Siebenbuergens, unweit Bistritz gelegen, in Rothenburg ob der 
Tauber ein neues Zuhause. Im Auftrag der 
Heimatortsgemeinschaft Lechnitz gibt jetzt Wigant Weltzer die 
Aufzeichnungen des von 1909 bis 1939 in Lechnitz 
amtierenden Schulrektors Friedrich Wilhelm Lieb (1878-1941) 
ueber den Bau des dortigen Lutherhauses heraus, ergaenzt 
durch zusaetzliche Informationen und Fotos. Die Planungen 
fuer das Gemeindehaus begannen bereits vor dem Ersten 
Weltkrieg. Durchgefuehrt wurde der Bau 1929. Genutzt wurde 
das Gebaeude nicht nur fuer kirchliche, sondern auch allgemein 
fuer kulturelle und nicht zuletzt fuer politische 
Veranstaltungen. Anhand seiner Geschichte erhaelt man daher 
interessante Einblicke in das Alltagsleben und die Mentalitaet 
der Lechnitzer zwischen den beiden Weltkriegen.



Joshua Hagen, The Jewel of the German Past: Historical 
Preservation, Tourism, and National Identity in Rothenburg ob 
der Tauber, Germany, unveroeffentlichtes 
Dissertationsmanuskript (Madison/Wisconsin 2003), 703 S. u. 
Abb.

Die geographische Dissertation, angefertigt an der Universitaet 
von Wisconsin in Madison, beschaeftigt sich mit dem 
Fremdenverkehr und Tourismus in Rothenburg waehrend des 
20. Jahrhunderts. Dabei stehen die Wirtschaftsstatistiken nicht 
im Vordergrund des Interesses, sondern die Frage, wie 
Rothenburg vermarktet wurde, welche Rueckwirkungen dies 
auf die Erhaltung echter historischer Substanz und auf die 
generelle Stadtentwicklung hatte. Ueber weite Strecken liest 
sich die in sieben Kapitel gegliederte Arbeit deshalb wie eine - 
bisher in deutscher Sprache fehlende - Stadtgeschichte nach 
dem Ende der Reichsstadtzeit. Nach einer ausfuehrlichen 
Einleitung zur geographischen und historischen Situation 
Rothenburgs behandeln die Hauptteile in chronologischer 
Abfolge Rothenburg unter bayerischer Herrschaft 1802-71, die 
Entdeckung Rothenburgs als Kleinod des deutschen 
Mittelalters im Zweiten Kaiserreich 1871-1914, dann den 
Ersten Weltkrieg und seine vornehmlich wirtschaftlichen 
Folgen 1914-33, welche den Fremdenverkehr grundlegend 
veraenderten, die Nazi-Zeit 1933-45, deren Ideologie und 
Organisation (Kraft durch Freude) die Uebernachtungszahlen 
in Rothenburg mehr als verdoppelte (von unter 60000 1933/34 
auf ueber 140000 1937/38), schliesslich den Wiederaufbau 
nach 1945 und den internationalen Tourismus der letzten 
Jahrzehnte. Zahlreiche neue Quellen werden erschlossen, nicht 
nur aus dem Stadtarchiv, dem infolge des Verlustes der 
staedtischen Registratur 1945 wichtiges Material fehlt, sondern 
auch aus Archiven und Sammlungen in Nuernberg und 
Muenchen. Das historische Festspiel "Der Meistertrunk" und 
der alljaehrliche Schaefertanz finden gebuehrende Wuerdigung. 
Die ueberlegt ausgewaehlten Abbildungen (S. 573-703) 
belegen historisierende Neubauten, die man dann doch nicht 
ausgefuehrt hat. Das Verhalten des staedtischen Bauamts und 
des 1898 gegruendeten Vereins Alt-Rothenburg wird vor 
seinem jeweiligen zeitgeschichtlichen Hintergrund transparent 
gemacht. Es gelingt dem Autor, zahlreiche Details 
ueberzeugend mit den widerstreitenden Interessen in der Stadt, 
aber auch mit dem sich wandelnden Zeitgeist zu erklaeren. Ein 
zentraler Aspekt der juengeren Stadtgeschichte wird erstmals 
zusammenhaengend dargestellt. Natuerlich darf darueber nicht 
vergessen werden, dass Rothenburg niemals allein vom 
Tourismus lebte und dass deshalb sowohl die gewerbliche 
Entwicklung als auch die Verkehrsanbindung und die 
technische Infrastruktur (Elektrizitaet, Telefon, Gaswerk) seit 
dem Ende des 19. Jahrhunderts eine eigene Untersuchung 
verdienten. Trotzdem kann man nur wuenschen, dass die 
vorliegende Studie baldmoeglichst in gedruckter Form einem 
weiteren Publikum zugaenglich wird.

Karl Borchardt, Stadtarchiv Rothenburg ob der Tauber
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