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Geschichte Bayerns
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Neuerscheinungen zu Rothenburg ob der Tauber
Sehr geehrte Damen und Herrn,
anliegend moechte ich Sie auf drei
Neuerscheinungen, davon eine verbunden mit
einer Ausstellung, zur Geschichte von
Rothenburg ob der Tauber aufmerksam machen.
Mit freundlichem Gruss
Karl Borchardt
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Stadtarchiv Rothenburg ob der Tauber
Buettelhaus
Milchmarkt 2
91541 Rothenburg ob der Tauber
Tel. 09861/404-29
stadtarchiv@rothenburg.de
http://www.rothenburg.de
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1) Thomas Steinmetz, Die Koenigspfalz Rothenburg ob
der Tauber (Brensbach 2002), 183 Seiten, 70
Abbildungen, Plaene und Rekonstruktionszeichnungen,
ISBN 3-931529-04-5, 24,50 Euro, Bezug ueber den
Buchhandel oder, solange der Vorrat reicht, bei
Selbstabholung im Stadtarchiv Rothenburg
Von der staufischen Reichsburg in Rothenburg ob der
Tauber sind heute nur noch geringe Reste obertaegig zu
sehen, insbesondere die um 1400 umgebaute
Blasiuskapelle und die Ansaetze der Umfassungsmauern.
Errichtet wurde die Anlage durch Koenig Konrad III.
(1138-52), der dazu 1142 vom Stift Neumuenster den
oberhalb Detwang gelegenen Bergsporn eintauschte.
Gedacht als Mittelpunkt staufischer Herrschaft in
Franken, diente die Burg als Ausgangspunkt fuer die
Entstehung der Stadt Rothenburg. Als Residenz genutzt
wurde die Burg freilich nur unter Konrad III. und seinem
Sohn Herzog Friedrich von Rothenburg, der 1167 starb,
ferner vielleicht kurzzeitig unter dem 1196 unter
dubiosen Umstaenden zu Tode gekommenen Barbarossa-
Sohn und Schwabenherzog Konrad von Rothenburg. Im
uebrigen diente sie eine Gruppe staufischer Ministerialen
als Ansitz. Diese Burgmannen veraeusserten ihre Rechte
im 14. Jahrhundert an die Stadt Rothenburg, welche sich
vom Koenig schliesslich die Genehmigung besorgte,
wenigstens den die Stadtmauer bedrohenden Ostturm der
Burganlage niederzureissen. Ob die Burg wirklich zuvor
durch das Erdbeben 1356 schwer beschaedigt worden
war, wie in staedtischer Ueberlieferung behauptet,
erscheint zweifelhaft. Der bekannte Burgenforscher
Thomas Steinmetz gibt einen ausfuehrlichen Ueberblick
ueber das, was man anhand der Schriftquellen und der
sichtbaren Baubefunde ueber die Stauferburg in
Rothenburg aussagen kann. Die Staerke der opulent
bebilderten Publikation liegt in den zum Vergleich
herangezogenen anderen Burgbauten des 12.
Jahrhunderts. Dadurch wird der hohe Rang des
Burgenbaus durch Konrad III. in Rothenburg erkennbar,
eine fuer die Geschichte der Stauferzeit sehr wichtige
Erkenntnis. Verbunden ist dies mit interessanten
Hypothesen, welche aufschlussreiche Diskussionen
versprechen, u. a. dass Konrad III. bereits in den 20er
Jahren im Heiligen Land gewesen, dort die Buckelquader
als biblische Wuerdearchitektur kennen gelernt und sie
dann fuer seine Residenzburg Rothenburg uebernommen
habe.
2) Ludwig Schnurrer, Rothenburger Profile:
Lebensbilder aus sechs Jahrhunderten (Rothenburg ob
der Tauber 2002) X + 309 Seiten, Abbildungen, Euro
12,80, Jahresgabe des Vereins Alt-Rothenburg, Bezug
ueber die Buchhandel oder bei Selbstabholung im
Stadtarchiv Rothenburg
Seit den 60er Jahren hat der langjaehrige Stadtarchivar
Ludwig Schnurrer zahlreiche Aufsaetze nicht nur zur
mittelalterlichen Geschichte Rothenburg (nachgedruckt:
Rothenburg im Mittelalter, 1997), sondern auch zu
herausragenden Persoenlichkeiten der Stadtgeschichte
vorgelegt. 20 solche Abhandlungen bietet die
vorliegende Publikation in jeweils leicht aktualisierter
Fassung: (1) Der Fall Heinrich Vetter: Ein Beitrag zur
Geschichte des Rothenburger Patriziats im Mittelalter;
(2) Der Rothenburger Stadtzimmermann Konrad
Eschenbach; (3) Konrad Heinzelmann aus Detwang: Ein
bedeutender Baumeister des ausgehenden Mittelalters;
(4) Hans Muellner (+1496): Ein bedeutender
Rothenburger Baumeister des ausgehenden Mittelalters;
(5) Stephan von Menzingen: Ein Lebensbild aus der
Bauernkriegszeit in und um Rothenburg ob der Tauber;
(6) Thomas Zweifel (+1540): Stadtschreiber und
Chronist des Bauernkriegs um Rothenburg; (7) Die
letzten Lebensjahre des brandenburgischen Kanzlers
Georg Vogler in Windsheim und Rothenburg; (8) Dr.
med. Wilhelm Moegling aus Tuebingen (ca. 1526-1565):
Lebensbild eines Rothenburger Stadtartzes im 16.
Jahrhundert; (9) Dr. Georg Hamberger aus Dinkelsbuehl:
Stadtarzt in Rothenburg 1564-1568; (10) Professor
Georg Burckhard (1539-1607): 1575-1578 Rektor der
Lateinschule Rothenburg; (11) Hieronymus Ziegler (ca.
1504-1562): Leben und Werk eines Rothenburger
Humanisten; (12) Erasmus Cantzler (1523-1599): Ein
Lebensbild aus dem 16. Jahrhundert; (13) Andreas
Libavius (ca. 1558-1616): Arzt, Chemiker und
Schulmann; (14) Dr. med. Johannes Hornung aus
Rothenburg (1573 ¯ nach 1626); (15) Georg Nusch
(1588-1668): Buergermeister von Rothenburg ¯ der
legendaere “Meistertrinker”; (16) Buergermeister Johann
Georg Styrzel (1591-1668): Ein Rothenburger
Lebensbild aus der Zeit des Dreissigjaehrigen Krieges;
(17) Dr. Josaphat Weinlin (1601-1662): Stadtarzt,
Musiker und Orgelbauer in Rothenburg; (18) Johann
Ludwig Vogtmann (1650-1724): Ein Rothenburger
Lokalhistoriker der Barockzeit; (19) Zur Taetigkeit des
Rothenburger Stadt- und Landrichters Cornelius Mayer
(1799-1863); (20) Gottfried Scharff (1811-1889):
Buergermeister in Rothenburg (1852-1883).
3) Rothenburg ob der Tauber 1802/03: Veroeffentlichung
anlaesslich einer Ausstellung des Reichsstadtmuseum
und des Stadtarchivs in Rothenburg ob der Tauber
(Rothenburg ob der Tauber 2002), 166 Seiten,
Abbildungen, 15,- Euro, Bezug im Reichsstadtmuseum
(reichsstadtmuseum@rothenburg.de)
Zur Erinnerung an die Mediatisierung durch Pfalz-
Bayern vor 200 Jahren veranstaltet das
Reichsstadtmuseum vom 13. Dezember 2002 bis 15.
Februar, jetzt verlaengert bis zum 9. Maerz 2003 eine
Ausstellung: “Rothenburg 1802/03: Das Ende einer
Reichsstadt”. Dazu ist ein kleiner Katalog erschienen,
der nicht nur die ausgestellten Bilder, Karten,
Archivalien, Militaria und anderen Sachueberreste der
Zeit beschreibt, sondern auch neue Forschungsergebnisse
zu den Veraenderungen in der Stadt und ihrem 1810 von
Bayern teilweise an Wuerttemberg abgetretenen Umland
bietet. (1) Karl Borchardt, Das Ende der Reichsstadt
Rothenburg ob der Tauber; (2) Karl Borchardt, Fakten,
Namen, Daten; (3) Heinz Ott, Von der
Dorfgenossenschaft zur politischen Gemeinde in der
Rothenburger Landwehr; (4) Hellmuth Moehring u.a.,
Katalog zur Ausstellung; (5) Quellen und
Sekundaerliteratur. Hervorzuheben sind die zahlreichen,
meist durch Heinz Ott vermittelten Leihgaben aus
Privatbesitz, z.B. ein Schulzeugnis aus dem Jahre 1812.
Neu sind ferner Angaben zu den letzten Buergermeistern,
Ratsherrn und Ratsbediensteten einschliesslich deren
teilweise drastischer Beurteilung durch Bayern. Die
meisten ausgestellten Objekte, Portraits, Stiche, Stempel,
Eichmasse usw. werden hier erstmals beschrieben und
abgebildet.
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