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Geschichte Bayerns
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Ausstellung: "Remota". Die weggesperrten Buecher der Bayer. Staatsbibliothek
Pressemitteilung der Bayerischen
Staatsbibliothek:
Ausstellung “Remota”. Ein Blick in den
Giftschrank
Die Bayerische Staatsbibliothek praesentiert von 2.
Oktober bis 17. Dezember 2002 die Ausstellung Der
Giftschrank. “Remota”: Die weggesperrten Buecher der
Bayerischen Staatsbibliothek. Gezeigt wird eine Auswahl
jener Drucke, die zu bestimmten Zeiten vom allgemeinen
Bestand abgesondert wurden. Dazu zaehlt Erotisches,
Werke aus dem Bereich der Sexualwissenschaften,
politisch unerwuenschte Literatur oder
Veroeffentlichungen, die als streng vertraulich galten wie
beispielsweise Fahndungsbuecher der Polizei.
Die Remota-Sammlung der Bayerischen Staatsbibliothek - der
lateinische Begriff “Remota” laesst sich am besten uebersetzen
mit “Weggeschafftes” oder “weit Entferntes” - setzt sich aus
fuenf Bereichen zusammen.
Die Abteilungen I und II, eingerichtet 1924, umfassen
erotische Literatur, vor allem die Tagesproduktion der Jahre 1920
bis 1970, aber auch Neuausgaben von Klassikern wie etwa die
Romane des Marquis de Sade. Daneben findet man hier serioese
sexualwissenschaftliche Werke sowie Aufklaerungs- und
Eheberatungsliteratur.
Remota III wurde waehrend des ‚Dritten Reiches‘
angelegt. Hier findet sich die Literatur deutscher Emigranten,
Buecher ueber die Erfahrungen in Nazi-Haft und allgemein
kritische Auseinandersetzungen mit dem NS-Staat. Darueber
hinaus wurden waehrend der NS-Zeit ca. 5000 Werke juedischer
oder politisch missliebiger Autoren aus dem allgemeinen Bestand
der Bibliothek entfernt, die heute jedoch wieder ihren
urspruenglichen Platz stehen; sie werden als ‚Remota VI‘
vorgestellt.
Die ‚Erotische Bibliothek‘ des bayerischen
Finanzbeamten Franz von Krenner (1762-1818), von Koenig Max
I. Joseph fuer die damalige Hofbibliothek erworben, bildet
Remota IV. Krenner sammelte alles, was im weitesten Sinne mit
der Liebe zu tun hatte, auch z.B. juristische Abhandlungen ueber
das Konkubinat. Die eigentlich erotischen Bestaende wurden
uebrigens erst 1966/67 im Katalog verzeichnet, waren also fast
150 Jahre voellig unzugaenglich.
Remota V schliesslich umfasst Drucke, die von
vornherein nicht uneingeschraenkt fuer die Oeffentlichkeit
gedacht waren. Die Palette dieser Publikationen ist breit: das
“Landes-Kriminalblatt Bayern”, Fahndungsbuecher der Polizei
oder Sendemanuskripte des Bayerischen Rundfunks gehoeren
dazu.
Heute werden nur noch wenige Werke, links- und rechtsradikale,
volksverhetzende oder pornographische Literatur, in die Remota-
Faecher gestellt. Die grosse Zeit der Remota ist also weitgehend
vorbei. Der Giftschrank der Bibliothek erzaehlt vom Wandel
moralischer Vorstellungen, aber auch von massiven
gesellschaftlichen Veraenderungen, und besitzt betraechtlichen
kulturhistorischen Wert. Die Sammlung wird der Oeffentlichkeit
in dieser Ausstellung zum ersten Mal praesentiert.
Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit 232
Seiten zum Preis von ungefaehr 14,80 Euro.
Eintritt frei
Oeffnungszeiten
Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr
Samstag, Sonntag 10 bis 17 Uhr
an Feiertagen geschlossen
Kostenlose Fuehrungen
jeden Donnerstag, 17.30 Uhr
kurze Mittagsfuehrung (ca. 30 Minuten): jeden Dienstag, 12.30 Uhr
http://www.bsb-muenchen.de/presse.htm
Kontakt
Fachliche Fragen an
Dr. Stephan Kellner
Tel.: 089/28638-2278, Fax: -2266
E-Mail: kellner@bsb-muenchen.de
Presse- und Oeffentlichkeitsarbeit
Dr. Manfred Hank
Tel.: 089/28638-2244, Fax: -2804
E-Mail: hank@bsb-muenchen.de
Peter Schnitzlein
Tel.: 089/28638-2429, Fax: -2978
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