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Ausstellung: Michael Kardinal von Faulhaber. 1869-1952



From: "Kornacker, Susanne" <SKornacker@ordinariat-muenchen.de>
To: "'geschichte-bayerns@lists.lrz-muenchen.de'"
Subject: Faulhaber-Ausstellung
Date: Tue, 2 Jul 2002 09:35:39 +0200
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Sehr geehrte Damen und Herren,

am 12. Juni 2002 jährte sich der Todestag von Michael Kardinal von
Faulhaber, der von 1917 bis 1952 Oberhirte der Erzdiözese München
und Freising war, zum 50. Mal.
Aus diesem Anlass wird vom Archiv des Erzbistums München und
Freising, dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv und dem Stadtarchiv
München eine Ausstellung über Michael Faulhaber gezeigt:

Michael Kardinal von Faulhaber. 1869 bis 1952.
Eine Ausstellung zum 50. Todestag.

Als die Erzdiözese München und Freising sich im Jahr 2001
entschloss, zum 50. Todestag eine Ausstellung über das Leben und
Wirken des Kardinals zu konzipieren, war sie sich der Schwierigkeiten
bewußt, die darin lagen, das lange Leben des Kardinals mit all seinen
komplexen und vielfältigen Tätigkeiten durch eine beschränkte Zahl von
Exponaten darzustellen. Ein wissenschaftlicher Beirat, bestehend aus
renommierten Theologen, Historikern und Archivaren, hat im Herbst
des Jahres 2001 über das Konzept beraten und sich für eine
chronologische Darstellung des Lebens des Kardinals entschieden.
In Faulhabers lange Lebens- und Amtszeit fielen zahlreiche
politische Umbrüche, die beiden Weltkriege sowie die
verschiedenen Staatsformen der Monarchie, der Weimarer
Republik, der Diktatur des Nationalsozialismus und der
demokratischen Bundesrepublik. Die sechs Sequenzen
der Ausstellung orientieren sich an den wechselnden
politischen Systemen und an den verschiedenen
Lebensabschnitten des Kardinals (Kindheit, Schul- und
Studienzeit, Professor, Bischof von Speyer und Erzbischof
von München und Freising). Die Teilsequenzen sprechen
die in der jeweiligen Zeit relevanten Themen und Probleme
an (wie z.B. seine Einstellung zu Revolution, Demokratie
und Diktatur; sein Verhalten bei Angriffen auf kirchliche
Rechte; das Verhältnis Faulhabers zu Juden; der Kardinal
und der Widerstand; sein Umgang mit den Flüchtlingen
nach 1945). Dabei werden heute kontrovers diskutierte
Themenstellungen aufgegriffen. Das chronologische
Konzept besitzt dabei die Offenheit ¯ wenn notwendig ¯
einzelne Themen zeitübergreifend darzustellen, wie z.B. die
Behandlung der Kontakte Faulhabers zur römischen Kurie
und seine Freundschaft mit Eugenio Pacelli (Papst Pius
XII.).
Eine Bilderserie mit Eindrücken von Faulhabers seelsorglichem Wirken
soll an den vordringlichen geistlichen Auftrag des Bischofs erinnern.
Gezeigt wird auch die Rezeptionsgeschichte des Kardinals, der, nach
seinem Tod von vielen Menschen verehrt, in den letzten Jahren
zunehmend kontrovers wahrgenommen wird. Die Besucher der
Ausstellung sind aufgefordert, sich selbst ein Bild über das Leben und
Wirken des Kardinals zu machen und sich dem Menschen Faulhaber
zu nähern. Dabei erschließt sich das Leben des Kardinals dem
Betrachter nicht auf den flüchtigen Blick. Eine intensive
Auseinandersetzung mit den archivalischen Quellen ist zumeist
unumgänglich. An vielen Stellen werden diese jedoch durch
Fotografien und dreidimensionale Objekte illustriert und erläutert. Zwei
Hörstationen ermöglichen es, originale Faulhaber-Predigten zu hören
und somit einen Eindruck von dessen berühmtem Predigtstil zu
bekommen. Gezeigt werden zudem zeitgenössische Filme aus den
Jahren 1924, 1945 und 1952 sowie eine Dokumentation des
Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 2002, in der u.a. Zeitzeugen und
Historiker zu Wort kommen.
Durch diese Ausstellung soll das Kardinal-Faulhaber-Archiv, dessen
Aktenbestände ca. 100 Regalmeter umfassen, erstmals in einer
Auswahl der wichtigsten Dokumente vorgestellt werden. Am 12. Juni
2002 wurde dieses Archiv für die wissenschaftliche Forschung
freigegeben.
Die Ausstellung soll somit keine abschließende Darstellung des
Lebens des Kardinals sein, sondern will den Auftakt zu seiner weiteren
wissenschaftlichen Erforschung geben und dabei auch auf bisher
weniger beachtete Themen hinweisen. Die Originaldokumente fordern
den Betrachter auf, sich ein differenziertes Bild von Kardinal Faulhaber
zu machen und so seiner Person Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Lic. theol. Susanne Kornacker


Michael Kardinal von Faulhaber. 1869 bis 1952.
Eine Ausstellung zum 50. Todestag.
Veranstalter:
Archiv des Erzbistums München und Freising, Bayerisches
Hauptstaatsarchiv und Stadtarchiv München.

Ort und Öffnungszeiten
Ausstellungsraum des Bayerischen Hauptstaatsarchivs
Ludwigstraße 14
80539 München
Täglich geöffnet von 10-18 Uhr. Eintritt frei.

Führungen
Donnerstag: 16.30 Uhr, Sonntag: 16.00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung (auch in englischer und
spanischer Sprache): 089/2137-1346.

Publikationen
Es ist ein reich bebilderter Katalog mit 636 Seiten (18 EURO) sowie
ein Kurzführer durch die Ausstellung (1 EURO) erschienen.

Informationen
Lic. theol. Susanne Kornacker
Archiv des Erzbistums München und Freising
Karmeliterstraße 1
80333 München
Tel.: 089/2137-1346; Fax: 089/2137-1702.

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