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Neuerscheinung: B. Mauer, 'Gemain Geschrey' und 'teglich Reden'. Georg Koelderer
Date sent: Wed, 16 Jan 2002 15:48:26 +0100
From: Schwaebische Forschungsstelle Augsburg <sfa@kbl.badw-
muenchen.de>
Organization: Schwaebische Forschungsstelle Augsburg
To:Geschichte Bayerns Redaktion <redaktion@geschichte-
bayerns.de>
Subject:Neuerscheinung
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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Listenmitglieder,
mit dieser Nachricht moechten wir Sie auf die Arbeit von
Benedikt Mauer aufmerksam machen, die als Band 29 der
“Studien zur Geschichte des bayerischen Schwaben“ neu
erschienen ist.
Benedikt Mauer: ‚Gemain Geschrey’ und ‚teglich Reden’.
Georg Koelderer - ein Augsburger Chronist des
konfessionellen Zeitalters (Veroeffentlichungen der
Schwaebischen Forschungsgemeinschaft, Reihe 1: Studien zur
Geschichte des bayerischen Schwaben, Band 29), Augsburg
2001.
Die Chronik Georg Koelderers (1550?-1607) stellt eine
wichtige Quelle zur Erforschung des ausgehenden 16.
Jahrhunderts dar. Der Chronist erfuhr durch seine Taetigkeit
als Handelsdiener bzw. Handelsschreiber bei dem grossen
Augsburger Handelshaus Weiss, wie auch aus den sog.
Fuggerzeitungen, zahlreiche Neuigkeiten aus dem In- und
Ausland. Neben den Flugschriften, Flugblaettern und
Buechern war fuer ihn aber auch mit ‚gemain Geschrey’ und
‚teglich Reden’ das gesprochene Wort von grosser
Bedeutung. Er liess sich von zahlreichen Personen ueber den
neuesten Stand der Dinge in Augsburg informieren. Dabei
spielten v. a. Religionsfragen in der bikonfessionellen Stadt
eine Rolle, wie sie sich im Kalender- und Praedikantenstreit
manifestierten. Zudem fanden Diskussionen um
Veraenderungen im Stadtbild durch die Bauten Elias Holls
oder die Durchfuehrung des Brunnenbauprogramms in der
Chronik ihren Niederschlag.
Seine berufliche Situation erlaubte es dem Chronisten, weit
ueber den staedtischen Tellerrand hinauszublicken. Neben
Augsburg war das Reich ein bevorzugtes chronikalisches
Thema. Politische Veraenderungen, dynastische Querelen,
bewaffnete Auseinandersetzungen und die sich aus den
konfessionellen Gegensaetzen ergebenden Konflikte waren
eine Fixierung ebenso wert wie Kometenerscheinungen und
Wundergeburten. Besonders bemerkenswert sind die Bilder
vom Kaiser und den Reichsinstitutionen: welche Aufgaben,
Rechte und Pflichten Koelderer ihnen beimass, wie er ihre
Legitimitaet definierte.
Ergaenzende kulturhistorisch interessante Kommentare sind
den Koerper-, Krankheits- und Todeserfahrungen, dem
Hexenglauben, der Wunderwahrnehmung und der
Traumschilderung gewidmet.
Die Chronik Koelderers zeichnet sich im Vergleich mit
anderen untersuchten Chroniken der Zeit durch eine
ueberdurchschnittliche Breite der Wahrnehmung und die
Erfassung vielfaeltigster Themen auf hohem Reflexionsniveau
aus, was u. a. mit der epochalen Verdichtung des historischen
Wandels ihrer Entstehungszeit (1576-1607) zu tun hat.
Die Analyse der Chronik unter dem Blickwinkel eines ‚Ego-
Dokuments’ fuehrte insbesondere fuer die angesprochenen
Hauptfragen von Konfession und Kommunikation zu
vielschichtigen Ergebnissen.
Die Arbeit kann ueber die folgende Adresse bezogen werden:
Wissner Verlag
Im Tal 12
86179 Augsburg
Tel. (0821) 259890
e-mail: info@wissner.com
Mit freundlichen Gruessen
Doris Pfister
(Schwaebische Forschungsstelle Augsburg der Kommission
fuer bayerische Landesgeschichte)
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