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Geschichte Bayerns
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Neuerscheinung: Clemens Jaeger und die Geschichtsschreibung des 16.Jahrhunderts
From: Schwaebische Forschungsstelle Augsburg <sfa@kbl.badw-muenchen.de>
Date: Thu, 15 Nov 2001 14:40:19 +0100
Subject: Neuerscheinung: Clemens Jaeger und die Geschichtsschreibung des
16. Jahrunderts
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Sehr geehrte Listenteilnehmer,
wir moechten Sie gerne auf folgende Neuerscheinung aufmerksam machen:
Gregor Rohmann, Eines Erbaren Raths gehorsamer amptman. Clemens Jaeger
und die Geschichtsschreibung des 16. Jahrhunderts (Veroeff. der
Schwaebischen Forschungsgemeinschaft Reihe 1: Studien zur Geschichte des
bayerischen Schwaben, Bd. 28), Augsburg 2001: Wissner Verlag, DM 48,90
(Euro 25,-)
ISBN 3-89639-285-9
Zum Inhalt gibt der Autor folgende kurze Zusammenfassung:
Das Selbstverstaendnis des spaetmittelalterlichen und fruehneuzeitlichen
Menschen war begruendet durch die Erinnerung. Gegenwart und Vergangenheit
begruendeten und bezeugten sich gegenseitig. Wie entstand mit dem
Auseinanderfallen der "totalen" Memoria, in der das Weiterleben im
Jenseits wie das Nachleben in der Welt eingeschlossen gewesen war, die
eigene Sphaere des Geschichtlichen? Wie wurde Geschichte zum Medium
der hegemonialen Formierung von individueller wie kollektiver
Selbstwahrnehmung? Wie wurde Wissen ueber die Vergangenheit den
Anforderungen der Gegenwart und den Wuenschen fuer die Zukunft
angepasst?
Beantwortet werden diese Fragen anhand der Familienbuchschreibung, die
im deutschssprachigen Raum seit dem spaeten 14. Jahrhundert bekannt war
und im 15. und 16. Jahrhundert weite Verbreitung fand. In der Forschung
ist diese literarische Gattung bisher nicht einmal bibliographisch
hinreichend erschlossen worden. Viel weniger noch ist bekannt ueber
ihren Hintergrund, ihre Funktionen und Funktionsweisen. Was wusste eine
Familie von ihrer Vergangenheit? Was durfte, was konnte, was musste sie
von sich wissen? Was wollte sie von sich wissen? Und was wollte sie die
anderen von sich wissen lassen?
Formen der Produktion und Vermittlung historischen Wissens werden
gezeigt am Beispiel eines Geschichtsschreibers, der in vielerlei
Hinsicht die Kategorien unserer Wahrnehmung sprengt und gerade deshalb
von besonderem Interesse ist: Clemens Jaeger (um 1500-1561),
Schustermeister und Ratsherr, spaeter Ratsdiener und Zoellner, doch auch
"Historicus" seiner Stadt Augsburg und ihrer Eliten. Wie andere
literarisch interessierte Handwerker und Amtleute seiner Zeit wurde er
zum Medium der herrschaftlich kontrollierten Herstellung von Tradition.
Wie wurde Wissen ueber die Vergangenheit einer Stadt oder einer Familie
bereitgestellt? Wie wurde es vermittel? Wer bestimmte ueber seine
Produktion und Weitergabe? Wie wirkte es fort im Geschichtsbewusstsein
der Spaeteren?
Mit freundlichen Gruessen
Doris Pfister
(Schwaebische Forschungsstelle Augsburg der Kommission fuer bayerische
Landesgeschichte)
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