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Publikation zur deutschen/bayerischen Ukrainepolitik im WK I
Absendedatum: Tue, 26 Sep 2000 05:18:44 +0200
Von: Beyer-Thoma@t-online.de (Hermann Beyer-Thoma)
Betreff: Publikation zur deutschen/bayerischen Ukrainepolitik im WK I
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Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
Im Rahmen des Schwerpunktes "Bayern und das oestliche Europa" hat das
Osteuropa-Institut Muenchen folgende Publikation herausgebracht:
Oleksyj Kuraev Der Verband "Freie Ukraine" im Kontext der deutschen
Ukraine-Politik des Ersten Weltkriegs (August 2000). 47 S. -- DM 7,50.
=Mitteilungen / Osteuropa-Institut Muenchen ; Nr. 35
Die Arbeit ist Teil eines umfangreicheren Forschungsvorhabens ueber die
Entstehung einer deutschen Ukrainepolitik im eigentlichen Sinn des Wortes im
Verlauf des Ersten Weltkriegs. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die bislang
praktisch voellig unbekannte Figur des Muenchner Zahnarztes Dr. Heinrich Schupp,
der oeffentlich unter dem "Gelehrtennamen" Falk Schupp auftrat. Vor dem Krieg
war er, als Fuersprecher deutscher, zumindest teilweise in Konkurrenz zu
Oesterreich stehender Interessen im Donauraum und im Schwarzmeergebiet,
insbesondere in Bulgarien taetig. 1913 gruendete er in Muenchen die Vereinigung
"Dubvid, Donau- und Balkanlaenderverein in Deutschland". Waehrend des Ersten
Weltkriegs wurde er zu einem der wichtigsten Drahtzieher der Agitation fuer die
Ausspielung der "ukrainischen Karte" im Kampf gegen Russland. Die
Konkretisierung der Idee einer unabhaengigen Ukraine und ihrer strategischen
Bedeutung fuer Deutschland stand in enger Abhaengigkeit von der Entwicklung der
Kriegslage. Organisatorisch war die Taetigkeit der Organisation "Freie Ukraine"
an das Kriegsministerium in Berlin angebunden; in dem Tauziehen zwischen dem
katholischen Zentrum und Bayern auf der einen Seite (vertreten insbesondere
durch Matthias Erzberger) und den Alldeutschen auf der anderen hatte
schliesslich das Reich die Faeden an sich gezogen. Aber das Sprachrohr des
Verbandes, die Zeitschrift "Osteuropaeische Zukunft" erschien seit 1916 in
Muenchen und Ende 1917 erfolgte hier auch die Vereinigung von Dubvid mit dem
Verband "Freie Ukraine". Allerdings verlor die von Falk Schupp geleitete, vor
allem fuer politische Ziele agitierende Organisation schon im Verlauf des Jahres
1918 und erst recht nach der deutschen Kriegsniederlage an Einfluss gegenueber
der von Muenchner und Berliner Wirtschaftsfuehrern ebenfalls in Muenchen
gegruendeten "Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsgesellschaft".
Das Baendchen ist zu beziehen ueber das Osteuropa-Institut Muenchen. Es kann
auch aus dem Internet heruntergeladen werden von der Seite:
http://www.lrz-muenchen.de/~oeihist
Dr. Hermann Beyer-Thoma
Osteuropa-Institut Muenchen
Historische Abteilung
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D 81679 Muenchen
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