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Ausstellung DAVID LUDWIG BLOCH in Muenchen
Von: Tobias.Weger@t-online.de (Tobias Weger)
Betreff: Ausstellung DAVID LUDWIG BLOCH in Muenchen
Absendedatum: Wed, 26 Jul 2000 10:15:37 +0200
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D A V I D L U D W I G B L O C H
Muenchen - Schanghai - New York
Eine Ausstellung zum 90. Geburtstag des Kuenstlers
Juedisches Museum Muenchen, Reichenbachstrasse 27 Rgb., 80469 Muenchen
Bis 14. Dezember 2000, Di.-Do. 14-18 Uhr, Mi. zusaetzlich 9-12 Uhr
Zum 90. Geburtstag des 1910 im oberpfaelzischen Floss geborenen Kuenstlers David
Ludwig Bloch zeigt das Juedische Museum Muenchen eine Retrospektivausstellung mit
einem Querschnitt durch sein Leben und Schaffen.
Es wird damit eine Persoenlichkeit geehrt, deren Lebensweg ueber Muenchen und
andere Orte in der Zeit des Nationalsozialismus in die Emigration nach Schanghai
und schliesslich in die USA fuehrt.
Zahlreiche Fotos und Dokumente belegen das aussergewoehnliche Schicksal von David
Ludwig Bloch. Gezeigt werden kunstgewerbliche, graphische, malerische und
plastische Werke des Kuenstlers. Der Bogen spannt sich dabei von
gebrauchsgraphischen Arbeiten des Porzellanmalerlehrlings ueber die Alltags- und
Situationsschilderungen aus dem chinesischen Exil bis hin zur mahnenden
Auseinandersetzung mit dem Thema "Holocaust" im Spaetwerk des Kuenstlers.
Lebensstationen von David Ludwig Bloch:
1910: am 25. Maerz Geburt in Floss (Oberpfalz) als Sohn des Kaufmanns Simon Bloch
und dessen Frau Selma, geb. Ansbacher, die wenige Wochen nach der Geburt stirbt
1911: Tod des Vaters; David Ludwig Bloch kommt als Vollwaise zu Verwandten;
infolge einer Gehirnhautentzuendung Verlust des Gehoers
1915-1923: Landestaubstummenanstalt Muenchen
1923-1925: Privatschule fuer Gehoerlose in Jena
1925-1927: Porzellanmalerlehre in Plankenhammer bei Floss (Oberpfalz)
1927-1930: Ausbildung zum Porzellanmaler an der Staatlichen Fachschule fuer
Porzellan-Industrie in Selb (Oberfranken)
1930-1932: Mustermaler der Porzellanfabrik "Gebrueder Bauscher" in Weiden
(Oberpfalz)
1932-1934: Arbeitslosigkeit infolge der "Weltwirtschaftskrise"
1934-1936: Studium an der Staatsschule fuer angewandte Kunst in Muenchen
1934/1936: Teilnahme an Ausstellungen des "Juedischen Kulturbundes Bayern"
1936-1938: Werbegraphiker und Dekorateur fuer das Kaufhaus Sallinger und das
Kaufhaus Sauter in Straubing (Niederbayern)
1938: im Oktober Wiederaufnahme des Studiums in Muenchen, Anfang November als
Jude vom Studium ausgeschlossen; von der "Kristallnacht" bis Mitte Dezember
interniert im KZ Dachau
1938-1940: Angestellter eines Malermeisters in Muenchen
1940: Emigration nach Schanghai ueber Venedig an Bord der MS "Conte Rosso"
1940-1949: Exil in Schanghai
1946: Heirat mit der ebenfalls seit Kindertagen gehoerlosen Chinesin Lilly Cheng
Disiu
1949: Uebersiedelung mit seiner Frau in die USA
1949-1975: Kunstlithograph fuer eine graphische Druckerei fuer keramische
Abziehbilder in Mount Vernon bei New York
1976: erste Reise nach Deutschland seit 1940, als deren Folge eine intensive
Auseinandersetzung mit dem Thema "Holocaust" beginnt
2000: Feier des 90. Geburtstages
David Ludwig Bloch nahm an zahlreichen Gemeinschafts- und Einzelausstellungen in
Deutschland, China und den USA teil.
Weitere Informationen zu der Ausstellung:
Tobias Weger, M.A.
Stadtarchiv Muenchen
Winzererstrasse 68
80797 Muenchen
Tel. (089) 233-30817 (Mi.-Fr.)
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