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Geschichte Bayerns
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Neuerscheinung "Reichskreis und Territorium"
Mitteilung der Schwaebischen Forschungsstelle Augsburg
der Kommission fuer bayerische Landesgeschichte
Neuerscheinung:
Reichskreis und Territorium: Die Herrschaft ueber der Herrschaft? Supraterritoriale
Tendenzen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Vergleich sueddeutscher
Reichskreise. Tagung der Schwaebischen Forschungsgemeinschaft und der Schwaebischen
Forschungsstelle Augsburg der Kommission fuer bayerische Landesgeschichte in Kooperation
mit dem Institut fuer Europaeische Kulturgeschichte (Universitaet Augsburg) und dem
Stadtarchiv Augsburg in Irsee vom 5. bis 7. Maerz 1998. Hg. von Wolfgang Wuest, Red.:
Doris Pfister, Stuttgart: Thorbecke Verlag 2000, X + 388 S., 19 Abb., 1 Tab., DM 58,-
ISBN: 3-7995-7508-1
= Reihe 7 der Veroeffentlichungen der Schwaebischen Forschungsstelle Augsburg der
Kommission fuer bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der
Wissenschaften und der Schwaebischen Forschungsgemeinschaft: "Augsburger Beitraege zur
Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens", Band 7
Inhaltsverzeichnis:
- Vorwort (Hg.)
- Johannes Burkhardt und Wolfgang Wuest: Einleitung: Forschungen, Fakten und Fragen zu
sueddeutschen Reichskreisen - Eine landes- und rechtshistorische Perspektive
- Peter Claus Hartmann: Rolle, Funktion und Bedeutung der Reichskreise im Heiligen
Roemischen Reich deutscher Nation
- Wolfgang E. J. Weber: "Describere sine lacrumis vix liceat". Die Reichskreise in der
Reichspublizistik des 17. und 18. Jahrhunderts
- Helmut Neuhaus: Reichskreise und Reichskriege in der Fruehen Neuzeit
- Max Plassmann: Die Kriegfuehrung der vorderen Reichskreise im Pfaelzischen und
Spanischen Erbfolgekrieg
- Bernd Wunder: Das kaiserliche Emigrationsedikt von 1768. Ein Beispiel der
Reichsgesetzgebung durch Kaiser und Kreise am Ende des Alten Reiches
- Bernhard Theil: Die Ueberlieferung des Schwaebischen Reichskreises in den staatlichen
Archiven Baden-Wuerttembergs
- Reinhard Heydenreuter: Die sueddeutschen Reichskreise und ihre Ueberlieferung im
Bayerischen Hauptstaatsarchiv
- Wolfgang Wuest: Grenzueberschreitende Landesfriedenspolitik im Schwaebischen Kreis:
Massnahmen gegen Bettler, Gauner und Vaganten
- Hans Eugen Specker: Die Reichsstadt Ulm als Tagungsort des Schwaebischen Reichskreises
- Wilhelm Liebhart: Bayerische Interessen im Schwaebischen Reichskreis
- Sabine Ullmann: Zwischen Pragmatismus und Ideologie - Entwicklungslinien der
Judenpolitik des Schwaebischen Reichskreises
- Alois Schmid: Der Fraenkische Reichskreis. Grundzuege seiner Geschichte - Struktur -
Aspekte seiner Taetigkeit
- Bernhard Sicken: Leitungsfunktionen des Fraenkischen Kreises im Aufklaerungszeitalter:
Zwischen Standesvorzug und Sachkompetenz
- Rudolf Endres: Wirtschafts- und sozialpolitische Ansaetze im Fraenkischen Reichskreis
- Peter Claus Hartmann: Der Bayerische Kreis
- Anton Karl Mally: Der Oesterreichische Reichskreis. Seine Bedeutung fuer die
habsburgischen Erblaender, fuer Brixen, Trient und die anderen "Kreismitstaende"
- Konrad Amann: Der Oberrheinische Kreis im Wandel
- Thomas Nicklas: Reichskreise und europaeischer Konflikt. Die saechsisch-fraenkische
Kreisassoziation von 1673
- Abkuerzungs- und Siglenverzeichnis
- Abbildungsnachweis
- Verzeichnis der Autorin und Autoren
- Personen- und Ortsregister.
Inhaltsangabe:
Fuer die Erforschung des Alten Reiches standen traditionell zwar die institutionellen
Traeger zentraler Wertebildung (Reichstag, Reichskammergericht, Reichshofrat usw.) im
Blickfeld, selten jedoch naeherte sie sich den "Niederungen" regionaler
Kreisorganisationen. Gerade in den "vorderen" Kreisen, die kraft ihrer Dynamik in den
Quellen sogar als das Reich bezeichnet wurden, lassen sich aber kultur-, politik- und
landschaftspraegende Aspekte entwickeln, die die Identitaetsbildung im Reich
konkretisieren. Die landeshistorische Forschung konzentrierte sich andererseits auf die
Erforschung der territorialen bzw. staedtischen Eigenentwicklungen. Dagegen trat der
Aspekt des staatenuebergreifenden Kommunikations- und Beziehungssystems in den
Hintergrund, zumal die Bedeutung der Regionen uebergreifenden Ordnungsstruktur, wie sie
sich in den Reichskreisen entwickelte, unterschaetzt wurde. Die Umbewertung der
historischen Bedeutung des Alten Reichs, wie sie sich seit dem Zweiten Weltkrieg
abzeichnet, sollte laengst auch ein veraendertes Koordinatensystem in der Landesgeschichte
initiieren, sofern diese als Reichsgeschichte "von Unten" gesehen wird. Von der bekannten
Abwertung des Reiches im Rueckblick des 19. und 20. Jahrhunderts als eines vermeintlich
ueberholten, machtlosen und ueberfluessigen Gebildes - so in der Diskussion um das
"Reichselend" - waren die Reichskreise ganz besonders betroffen. Der Tagungsband zeigt die
grenzueberschreitende Zusammenarbeit im fruehmodernen Kultur- und Verfassungssystem, im
polizeistaatlichen Ordnungsgeflecht, im wirtschaftlichen und sozialen Marktgeschehen und
im Alltag der Untertanen auf. Die zwanzig Beitraege aus der Feder ausgewiesener
Fruehneuzeit- und Landeshistoriker foerdern das Verstaendnis fuer das "Funktionieren"
polyzentraler Herrschaftsgebilde unter foederativen bzw. zentralen Praemissen. Die
regionalen Schwerpunkte liegen in Schwaben und Franken, aber auch Bayern, Oesterreich, der
Oberrheinische und der Obersaechsische Reichskreis fanden Beruecksichtigung. Die
vorderoesterreichischen Lande mit der dort typischen dynastischen Doppelstrategie der
Habsburger als Reichs- und Territorialfuersten waren fuer den
schwaebisch-oesterreichischen Raum ein geeigneter Rahmen, um auch die Verzahnungen
zwischen Reichs- und Landesgeschichte "festzumachen". Das Gesamtthema bietet ferner
Denkmodelle fuer die staatliche Ausformung im modernen Europa.
Siehe auch das Publikationsverzeichnis der Schwaebischen Forschungsstelle der Kommission
fuer bayerische Landesgeschichte und der Schwaebischen Forschungsgemeinschaft:
http://www.kbl.badw.de/sfa/voeverz.htm
Augsburg, 10.7.2000
(Doris Pfister)
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